LO 45 - September/Oktober

 

Ihr persönlicher Nutzen dieser Ausgabe

- Anregungen zum Umdenken des Begriffes „Arbeit“
- Wie Sie Lernen und Arbeiten zusammenbringen
- Gestaltung von neuen Rahmenbedingungen der Arbeit
u.v.m.

Im Brennpunkt

Eine Neuerfindung der Arbeit
Sonja Radatz

Was wäre, wenn wir die Freiheit hätten, uns die Arbeit so zu gestalten, dass sie dem ethischen Imperativ von Heinz von Foerster gehorcht, „Handle stets so, dass sich die Handlungsmöglichkeiten für alle erhöhen“? Für die Unternehmen, die Menschen und die Gesellschaft, für das Überleben der Menschen und des Planeten? Wie würden wir uns die Arbeit dann gestalten? In Form eines subjektiven Szenarios stellt Sonja Radatz in diesem Artikel „Arbeit“ anders vor, als wir sie im Moment erleben. Ihre Überlegungen sind nicht aus der Welt. Ob wir sie umsetzen, liegt an jedem von uns. Ob wir jemals eine Neudefinition (und nicht nur kosmetische Korrekturen) der Arbeit vornehmen und wie diese Neudefinition aussieht, liegt auch an jedem von uns. Fest steht: Es würde dann eines Neu-Denkens der Arbeit bedürfen.

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Coverstory

Wenn sich die Arbeit neu erfinden könnte
Sylvia de Vries

Werden auch in Ihrer Organisation mangels Alternativen bisherige Prozesse und Arbeitsweisen beibehalten, obwohl sie sich in der zunehmend dynamischen Arbeitswelt als immer weniger effektiv erweisen? Greifen Informationsmanagement über das Intranet und interne Anweisungen mittlerweile auch in Ihrem Unternehmen zu kurz, um die steigende Komplexität und Vernetzung abbilden und bewältigen zu können? In diesem Artikel sucht Sylvia de Vries neue Perspektiven, abseits vermeintlich „objektiver“ Management-Instrumente und Sicherheiten und öffnet den systemisch-konstruktivistischen Blick für die gebotene Erfindung einer gänzlich anderen „Arbeit der Zukunft“.
 

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Nach-Gedacht

Burnout und Klimawandel haben die gleiche Ursache: Wir arbeiten zu viel und zu intensiv
Friedrich Hinterberger

Einkommen und Konsum wie auch Arbeit und andere Aktivitäten (z.B. Freizeit) dienen der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Und Arbeitsplätze erfüllen neben ihrer wirtschaftlichen auch eine wichtige soziale Funktion der „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“. Andererseits wird die (Erwerbs-)Arbeit für die, die Arbeit haben, immer intensiver und von vielen als negativ erlebt. Manche warten nur noch darauf, dass „endlich das Wochenende kommt“ und „das Leben beginnt“.
In seinem Artikel wirft Friedrich Hinterberger, Leiter des SERI (Sustainable Europe Research Institute) einen sehr kritischen Blick auf die „Arbeit“, wie wir sie heute gestalten, und wirft neue Ideen auf.
 

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Theorie und Praxis

In Zukunft gehören Lernen und Arbeiten zusammen!
Bernd Schmid

Welche Anforderungen hat die Arbeit der Zukunft an Lernen und Weiterbildung, an das Bild der Lehrer, der Fortbildner, der Berater? Wie kann Lernen in die Praxis integriert werden, anstatt an der Praxis zu scheitern oder durch hohe Kosten des „Transfers“ unwirtschaftlich zu werden?

In seinem Artikel zeichnet Bernd Schmid ein Zukunftsbild des integrierten Lernens und Arbeitens und stellt die Identität der Lehrer und Berater fundamental in Frage.
 

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Draußen in der Praxis

Das projekt- und prozessorientierte Unternehmen – taugt das auch für die Praxis?
Christian Majer

Das projekt- und prozessorientierte Unternehmen – eine Arbeitsform der Zukunft? Nein, bestimmt nicht. Projekt- und prozessorientierte Unternehmen gibt es doch nicht. Das ist reine Theorie. Fiktion! Oder auch nicht: Dieser Artikel will die Idee und Konzeption des projekt- und prozessorientierten Unternehmens erläutern, kritisch hinterfragen und an Hand eines Praxisbeispiels reflektieren. Weil es doch existiert. In diesem Artikel beschreibt Christian Majer, wie es in der Praxis aufgebaut werden kann.


 

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Serie - Teil 2

Systemik als Haltung
Rolf Arnold

Im Teil 2 seiner Serie beschreibt Rolf Arnold die selbst einschließende Beobachtung als zentrale Folge einer systemischen Haltung in der Führung. Wie Führungskräfte diese Haltung entwickeln können und welche Folgen dies auch für die Führungskräftequalifizierung hat, ist dabei zentrales Thema des Artikels.
Rolf Arnold steht für eine systemisch-konstruktivistische Konzeption von Lernen, Veränderung und Wandel. „Menschen sehen die Welt nicht nur so, wie sie sie deuten, sondern auch so, wie sie sie auszuhalten vermögen“ – so lautet die These in seinem Buch „Die emotionale Konstruktion der Wirklichkeit“ (2005). Welche Konsequenzen sich hieraus für das Lernen, die Kompetenzentwicklung sowie die Führung in Organisationen ergeben, hat Arnold in seinen 2007 bzw. 2008 erschienenen Büchern „Ich lerne, also bin ich!“, „Aberglaube Disziplin“ sowie „Führen mit Gefühl“ dargelegt.
 

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Von A - Z

Die Zukunft der Arbeit – Arbeitsformen der Zukunft
Michael Rinke

Schon immer interessiert den Menschen, was die Zukunft bringt. Was ändert sich in Bezug auf die Arbeit? Dies ist ein Aspekt, mit dem sich der russische Ökonom Kondratieff 1926 mit der Beobachtung langer Wirtschaftszyklen einen Namen gemacht hat und dafür später in seinem Heimatland hingerichtet wurde.
Die folgenden Hypothesen sind z.T. erster Ordnung und verstehen sich als Hilfestellung zur individuellen Weiterentwicklung in eine prozessorientierte Richtung.

 

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Kolumne

Arbeitsplatznahe Lernsysteme
Thorsten Veith

Warum Arbeitsplatznahe Lernsysteme (ALS) so wichtig sind und wie sie in Unternehmen etabliert werden können zeigt Thorsten Veith in seiner Kolumne.

 

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SERVICE

Bücher-Tipps der LO 45 - September / Oktober
rezensiert von Sonja Radatz

Nie wieder Vernunft
Kleinere Beiträge zur Sozialkunde
Grundlagen systemisch-konstruktivistischen Denkens

Dirk Baecker
Nie wieder Vernunft
634 Seiten
Carl-Auer-Systeme Verlag
ISBN: 978-3-89670-622-5
€ 40,10

„Ganz begreifen werden wir uns nie.“ So beginnt Dirk Baecker die Sammlung seiner publizistischen Arbeiten. Er liefert darin Momentaufnahmen: zu großen Denkern der Kybernetik 2. Ordnung wie Heinz von Foerster, Niklas Luhmann oder Paul Watzlawick. Zu Themen wie Theater, Furcht, Regionalisierung, Reform, Kunst und Öffentlichkeit, Nähe, Europa, die Hauptschule. Zu Management, Ökonomie, Friedrich Nietzsche und Jürgen Habermas. Und zu sich selbst. Was das Verbindende daran ist? Das Denken von Dirk Baecker. Die Subjektivität seiner Sichtweise. Die Einladung, sich Gedanken zu machen.
Wer in irgendeinen der Beiträge hineinblättert, kann nicht mehr aufhören. Wer das Lesen in Portionen liebt, kann sich jeden Tag so etwas wie eine verdaubare Gutenachtgeschichte mitnehmen. Gut, dass dieses Buch publiziert wurde.

 

Projektcoaching
bringt mich einfach weiter!
Projektmanagement

Ch. Hiller, Ch. Majer,
P. Minar-Hödel und H. Zahradnik
Projektcoaching
bringt mich einfach weiter!
271 Seiten
Goldegg Verlag
ISBN: 978-3-901880-51-3
€ 49,90

Mehr und mehr weichen die herkömmlichen Hierarchiestrukturen der Projektorganisation – und das nicht nur in kleineren Unternehmen. Da kommt dieses Buch gerade recht, vor allem weil es sich an Praktiker richtet. Diese erfahren im Buch, wie sie Coaching erfolgreich in der Projektbeauftragung, beim Projektstart, im Projektcontrolling, in Projektkrisen und beim Projektabschluss anwenden. Aber nicht nur das: Auch die Anforderungen an den Projektcoach, die Besonderheiten beim Coaching von internationalen Projekten und Methoden sowie Techniken und Hilfsmittel im Projektcoaching werden hier nicht nur angesprochen, sondern ausführlich und begleitet von vielen detailreich gestalteten Dialogen dargestellt. Das erleichtert den Zugang zu Projekten ungemein – nicht nur Anfängern,sondern auch alten Hasen.

 

Das Ende des Managements
Unternehmensführung im 21. Jahrhundert
Führung & Leadership

Gary Hamel
Das Ende des Managements
380 Seiten
Econ
ISBN: 978-3-430-20046-2
€ 25,60

Wenn Unternehmen heute innovativ sein wollen, dann feilen sie an Prozessen, denken sich neue Produkte oder Leistungen aus oder sie arbeiten an einer neuen Strategie. Das Managementsystem wird dabei aber meist übersehen oder bewusst einer umfassenden Reform entzogen. Gary Hamel zeigt an drei großen Fallbeispielen, wie so ein neues Managementsystem aussehen kann: Whole Foods Market, W.L. Gore und Google. Auf Grundlage dieser und anderer Beispiele fordert er uns auf, das Management zu revolutionieren, bisher Getanes in Frage zu stellen und ausgetretene Pfade bewusst zu verlassen. Das kann gefährlich sein – für die Standardisierung, für das Bekannte und für „ewig grüßt das Murmeltier“. Eben gerade deshalb!

 

 

State and Civil Society
Strategieentwicklung

Emil Brix, Jürgen Nautz,
Rita Trattnigg,
Werner Wutscher (Hrsg.)
State and Civil Society
256 Seiten
Passagen Verlag
ISBN: 978-3-85165-829-3
€ 28,90

Ein bemerkenswertes Buch – ein bemerkenswert anderes Buch. In unterschiedlichen Beiträgen geht es darin um eine potenzielle zukünftige Verteilung von Macht und Kompetenzen zwischen Staat, Gesellschaft und dem Einzelnen in einer Situation voranschreitender Europäisierung und Globalisierung. Unter anderem fokussieren die Beiträge auf Themen wie Nachhaltigkeit, soziale Selbstbestimmung im Gegensatz zur staatlichen Regulierung und die öffentliche Beteiligung an der Entwicklung neuer Ordnungen. Hier wird zweifelsohne schon heute weiter gedacht und bewusst nach alternativen Lösungen gesucht. Was nicht bedeutet, dass all dies bereits umgesetzt wird. Aber wir partizipieren mit Hilfe dieses Buches an öffentlichen Überlegungen über Neues. Gelungen!

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