LO 36 - März/April

 

Lesen Sie

- ob man Personal entwickeln kann,
- wie das Mobbing-Phänomen mit der PE zusammen passt,
- wie PE am ersten Arbeitstag bereits eingesetzt werden kann und soll u.v.m.

 


Im Brennpunkt

Personal „entwickeln“? Vier Fragestellungen und eine Neuorientierung
Sonja Radatz

Stellen wir erst einmal in Frage, dass wir Personal „entwickeln“ können, zerfällt das gesamte Konstrukt der „Personalentwicklung“, wie sie traditionell gehandhabt wird, und wir werden auf vier zentrale Fragestellungen zurückgeworfen, auf die Sonja Radatz in diesem Artikel neue Antworten sucht. Aber nicht nur das: Sie liefert auch einen praktikablen Ansatz für die Neuorientierung.

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Coverstory

Personal „entwickeln“? Von der Selbstverständlichkeit und vom Selbstverständnis, Personal entwickeln zu wollen
Oliver Bartels

Die evolutionäre Personalentwicklung muss die Ziele des Unternehmens, der Mitarbeiter aber auch die Ziele der jeweiligen Führungskraft unter einen Hut bringen. Dafür müssen Personalentwickler viele Fragen an viele interne Kunden und auch an sich selbst stellen. Daran führt kein Weg vorbei – behauptet der Autor. Dafür kann sich Personalentwicklung erfolgreich im Unternehmen aufstellen – verspricht er...

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Nach-Gedacht

Good bye PE: Krisis des personalen Lernens in Organisationen
Josef Oberneder

Mit etwas genauer Beobachtung und ein wenig Glück werden wir Zeugen einer Revolution, die sich seit etwa dreißig Jahren in den Organisationstheorien eingebracht hat, derzeit sich in einer zaghaften Diskussion befindet und wahrscheinlich im nächsten Jahrzehnt zu einem elaborierten Zwischenstopp kommen wird: Die Rede ist von der Revolution der Organisation, von einer Umstellung von personalem zu organisationalem Lernen – vielleicht sogar einer Art Krisis der Personalentwicklung (PE)… Mit seinem Artikel „Good bye PE“ beschreibt Josef Oberneder sehr pointiert seine Wahrnehmung der aktuellen Situation in der PE – und vermittelt zukunftsfokussierte Antworten für deren neue Ausrichtung.

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Theorie und Praxis

Coaching im Kontext des „Mobbing-Phänomens“
Eveline Stopfer

Wie ist das Phänomen Mobbing aus systemisch-konstruktivistischer Sicht im Vergleich zu einer linearen Sichtweise einzuordnen und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Mobbingbetroffenen und die Rolle des Coaches in diesem Kontext? Ist ein von Mobbing Betroffener tatsächlich dazu verurteilt, in der Opferrolle zu verharren oder kann er sich selbst und seine Beziehung zum Rest des Systems auch anders beschreiben, erklären und bewerten – und auf diese Weise andere Handlungsmöglichkeiten entwickeln? Damit beschäftigt sich Eveline Stopfer in diesem Artikel, der überraschende Perspektiven bietet.

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Draußen in der Praxis

Personal entwickeln – Fit für die Zukunft
Hans-Jürgen Henze

Wie können wir von der „Personalentwicklung“ konsequent und erfolgsorientiert in Richtung „fit machen für die Zukunft“ weiterdenken? Das schildert Hans-Jürgen Henze, Abteilungsleiter Personalentwicklung der SIGNAL IDUNA Gruppe in Dortmund und Hamburg. Er bricht bewusst mit vielen traditionellen Ansätzen und schafft die Voraussetzung für eine selbstverantwortliche Weiterentwicklung in einem erfolgreichen Unternehmen.

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Serie Teil 1

Personalentwicklung am ersten Tag
Oliver Bartels

Wie kann ein Ausbildungsstart aus evolutionärer Sicht erfolgreich gestaltet werden und dazu beitragen, dass die Ausbildung zu einer Erfolgsgeschichte wird? Im Start der neuen LO Serie „Instrumente evolutionärer Personalentwicklung“ stellt Ihnen Oliver Bartels ein in der Praxis erfolgreich eingesetztes Design zur evolutionären Gestaltung des Beginns einer betrieblichen Ausbildung für Lehrlinge und Trainees vor.

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Von A - Z

Ein Leben nach der Personal-„Entwicklung“
Sabine Schleedorfer

 

Es klingt ja sehr einfach, die Personalentwicklung „neu zu definieren“. Aber was könnte das im Einzelnen heißen, welche sind die wichtigsten Ansatzpunkte? Sabine Schleedorfer versucht hier, auf knappem Raum die zentralen Themen mit Hintergrundwissen und praxisorientierten Fragen zu verbinden.

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Tools

Das Entwicklungs? - Dreieck
Sonja Radatz

Das von der Autorin entwickelte PE-Dreieck fokussiert auf die potentielle Reduzierung der Aufgaben und ermöglicht eine individuelle Abschätzung bzw. Priorisierung aufgrund von drei Kriterien.

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Kolumne

Weiterbilden oder weiter bilden?
Roland Graf

Bringt der betriebliche Einsatz von Bildungsmaßnahmen den einzelnen Angestellten, das Management oder gar die gesamte Organisation weiter? Die etymologische Betrachtung der „Weiterbildung“ geht der Autor in seiner Kolumne nach und fragt nach der Qualität dieses „weiter“.

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SERVICE

Bücher-Tipps der LO 36 - März/April
rezensiert von Sonja Radatz

Diversity Management
Unternehmens- und Personalpolitik der Vielfalt

Manfred Becker und Alina Seidel (Hrsg.)
Diversity Management
Unternehmens- und Personalpolitik der Vielfalt

435 Seiten
Schäffer Poeschel
ISBN-13: 978-3-7910-2495-0
€ 49,95


Die Nutzung von Unterschieden im Unternehmen schafft eine unglaubliche Perspektivenvielfalt – und kann als Innovationstreiber sehr förderlich in Unternehmen wirken. Dieses Buch beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Aspekten, die im Diversity Management wichtig sind: kulturelle Diversität, die Organisation des Diversity Managements und Aufgaben eines Diversity Managers, die Diversity Scorecard und zahlreiche Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Unternehmen. Der Schwerpunkt wird dabei auf den erfolgreichen Umgang und die Nutzung „typischer“ Unterschiede gelegt: Männer und Frauen, Aus und Inländer, ältere und jüngere Mitarbeiter. Was in diesem Buch nicht angetastet wird, ist die Bildung von Unterschieden – oder anders formuliert: Es wird als gegeben hingenommen, dass die Unterschiede, die es in den Unternehmen zu managen gilt, eben die sind, von denen landläufig gesprochen wird. Dabei könnte es doch nach George-Spencer Brown im ersten Schritt um eine Treffung der Unterscheidung gehen: Welche Unterschiede wollen wir überhaupt sehen, die für die Erreichung unserer Ziele förderlich sind?

 

 

Neue Geschäftsmodelle für das Personalmanagement
Von der Kostenoptimierung zur nachhaltigen Wertsteigerung

Marcel Oertig (Hrsg.)
Neue Geschäftsmodelle für das Personalmanagement
Von der Kostenoptimierung zur
nachhaltigen Wertsteigerung

184 Seiten
Luchterhand Verlag
ISBN 3-472-86479-X
€ 48,--

Wer komplett lineares HR-Denken kennen lernen möchte – hier ist das passende Buch dazu. In verschiedenen Praxisbeispielen wird etwa beschrieben, was bei Change-Prozessen „immer“ passiert (Seite 79: von „shock“ bis „integration“). Oder es wird (S. 51) die Unternehmenskultur als „die Summe der Verhaltensweisen der Mitarbeiter“ beschrieben – gleichzeitig aber auch als der „wohl langfristig nachhaltigste Erfolgsparameter des Unternehmens“. Was das bedeutet, wenn man die beiden Aussagen zusammennimmt? Dass der langfristige Erfolg bei den Verhaltensweisen der Mitarbeiter liegt, also jedenfalls außerhalb von uns. Schön, dann können wir ja nicht allzu viel dazu beitragen! Und allen Beispielen ist gemeinsam: Es wird am Menschen gearbeitet: „Personalentwicklung“ in seiner Reinstform. Ob das funktioniert und ausreichend Erfolge für die beschriebenen Unternehmen bringt? Und inwiefern das Beschriebene „neu“ sein soll? Wem die Haltung in der Personalentwicklung etwas bedeutet, kann aus dem Buch jedoch viel für sich mitnehmen: indem er gnadenlos die Instrumente so nutzt, dass sie zur eigenen Haltung passen – stringent passen.

 

Kompetenzmanagement
Grundlagen und Praxisbeispiele

Grote, S. et al. (Hrsg.)
Kompetenzmanagement
Grundlagen und Praxisbeispiele
286 Seiten
Schäffer Poeschel Verlag
ISBN-13: 978-3-7910-2382-9
€ 49,95

Die Geschichte ist relativ einfach erzählt: Die Unternehmensleitung oder zumindest ein Teil der Leitung – das geht aus dem Buch nicht so genau hervor – entwirft bestimmte Ziele und Strategien und entwickelt daraus Kompetenzanforderungen. Die Führungskräfte, die in Mitarbeitergesprächen (und wahrscheinlich auch im Alltag) dazu angehalten werden, die vorhandenen Kompetenzen bei ihren Mitarbeitern quasi zu „überprüfen“, entdecken – wie soll es auch anders sein – „Gaps“, also Lücken zwischen erforderlicher und erlebter Kompetenz; das alles passiert natürlich objektiv und hat nichts mit den Führungskräften, sondern nur mit den Mitarbeitern zu tun. Was passiert dann? Das könnte vermutlich auch ein vierjähriges Kind erraten: Es wird „zielgerichtet entwickelt“. Kompetenzanforderungen entschlossen, Arbeit zufrieden stellend erledigt, fertig. Der Nächste bitte! Sie sehen: Sie brauchen das Buch gar nicht mehr zu lesen, haben sich also wieder einmal viel Zeit erspart. Was mich dabei ein wenig nachdenklich stimmt: Es dürfte aufgrund der angeführten „Praxisbeispiele“ tatsächlich Unternehmen geben, die so vorgehen…

 

Prinzip Menschlichkeit
Warum wir von Natur aus kooperieren

Joachim Bauer
Prinzip Menschlichkeit
Warum wir von Natur aus kooperieren
255 Seiten
Hoffmann und Campe
ISBN 13: 978-3-455-50017-2
€ 19,95

Dem Kampf, mit dem wir meist bereits im Kindergartenalter aufwachsen, wird hier die Kooperation als grundlegende Form des Zusammenlebens gegenübergestellt und aus neurobiologischer Sicht erklärt. Das ist ja nun nichts Neues – bereits Anfang der 70er Jahre ist der Neurobiologe Humberto Maturana zunächst gemeinsam mit Francisco Varela, später zusammen mit Pille Bunnell in seiner „Biologie der Liebe“ (LO-Serie, LO 1 – 6) zu genau dem gleichen Ergebnis gelangt. Aber hier wird das Ganze nochmals aus einer etwas anderen Perspektive beleuchtet und ist daher sehr spannend für Menschen, die sich mit veränderten Formen der Zusammenarbeit intensiver auseinander setzen wollen. Was der Kern der Botschaft ist, bringt der Autor selbst auf den Punkt: „Wir sind nicht primär auf Egoismus und Konkurrenz eingestellt, sondern auf Kooperation und Resonanz. Das Gehirn belohnt gelungenes Miteinander durch Ausschüttung von Botenstoffen, die gute Gefühle und Gesundheit erzeugen. Die beste Droge für den Menschen ist also der Mensch.“ Was wir daraus für die Personalentwicklung und Führung schließen können? Nun, lesen Sie selbst und sehen Sie, welche Bilder bei Ihnen entstehen.

 

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