LO 34 - November/Dezember

 

Lesen Sie

- ob man Wissen managen kann,
- wie die Führungskraft als Wissensmanagerin fungieren kann,
- was Praktiker vom Wissensmanagement halten und wie es in der Praxis funktionieren kann.


Im Brennpunkt

Kann man Wissen managen?
Oliver Bartels

Die einen sagen, „Ja, man kann Wissen managen!“ – und bauen großartige Datenbanken auf, die das Intranet im Unternehmen fast zum Erlahmen bringen und hin und wieder sogar von Mitarbeitern genutzt werden. Die anderen sagen nein (oder nicht einmal das) – und tun Wissensmanagement als hoch theoretisches Luxusgut ab, das im Alltag einfach nicht anschlussfähig ist. Kann man nun Wissen managen oder nicht? Und wenn ja – wie kann man Wissensmanagement möglichst einfach und pragmatisch angehen? Das beschreibt Oliver Bartels in seinem Artikel

(Bestellung des Einzelartikels...)

Coverstory

Vom „Wissensmanagement“ zur aktiven Zukunftsgestaltung
Stuart A. Umpleby

Das Thema „Wissen“ und „Wissensmanagement“ wird immer noch als sehr akademisch und abgehoben behandelt – so abgehoben, dass die meisten Führungskräfte damit gar nicht in Berührung kommen wollen. Und wir erleben ja häufig an den Universitäten, dass Wissen aus Theorien abgeleitet wird – eine Vorgangsweise, die uns in der Wirtschaft meist als weltfremd erscheint. Hier drängt sich die Frage auf: Erscheint uns nicht eine Definition von Wissen von situativ erfolgreichen Methoden her als viel passender? Und: Reicht es nicht, dass etwas „funktioniert“ – auch wenn es vielleicht niemals „objektiv verifziert“ wurde? Stuart A. Umpleby geht in seinem Artikel neue Wege in der Betrachtung der Wissensschaffung und -organisation.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Lesen Sie auch den englischen Originaltext.

Nach-Gedacht

Lösungsorientiertes Wissensmanagement in der Praxis
Paul Z. Jackson

Viele Führungskräfte beklagen heute, dass „ihnen das Wissen davonläuft“; nicht nur, weil es sich so rasch ändert, sondern, weil ihre Mitarbeiter kommen und gehen. Und während das Wissen meist verloren geht, wenn Mitarbeiter gehen, wird es nur sehr zögerlich preisgegeben, wenn Mitarbeiter neu ins Unternehmen kommen. Wie Führungskräfte Wissen in ihrem Team hervorbringen können, beschreibt Paul Z. Jackson in seinem Artikel.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Lesen Sie auch den englischen Originaltext.

Theorie und Praxis

Das„Wissens-Spielfeld“ im Unternehmen gestalten
Carsten Deckert

Warum tun sich so viele Unternehmen schwer, Wissensmanagement erfolgreich einzuführen? Vielleicht, so meint Carsten Deckert, liegt es daran, dass immer noch davon ausgegangen wird, Wissen würde „die Realität abbilden“ und vom Menschen „gefunden“. Geben wir diese Annahme auf, so erschließt sich uns ein ganz neues Spielfeld: Wir richten unseren Fokus darauf, wie das Wissen konstruiert, geteilt und im Unternehmen angewendet wird. Wie das in der Praxis funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Draußen in der Praxis

Start in ein erfolgreiches Wissensmanagement
Thomas Ruff

Wie kann Wissensmanagement auf einfache und pragmatische Weise „geboren“ werden? Das beschreibt Thomas Ruff, Bereichsleiter der Douglas Parfümerie Süd GmbH & Co KG in diesem Artikel. Fazit: Ein Anstoß genügt, und der Wagen setzt sich in Bewegung!

(Bestellung des Einzelartikels...)

Draußen in der Praxis

Gelebtes Wissensmanagement durch rückfragefreies Arbeiten
Sabine Freudenthaler, Marcus Haas

Wie soll zukünftig mit Wissen umgegangen werden, damit die Mitarbeiter Kompetenzerweiterung erfahren und das Unternehmen profitiert? Marcus Haas erzählt im Interview mit Sabine Freudenthaler, wie Wissensmanagement bei ihm gelebt wird und welche Erfolge damit erzielt werden.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Serie Teil 6

Die Führungskraft als Wissensmanagerin
Sonja Radatz

Die Führungskraft als Wissensmanagerin? Das klingt zunächst sehr weltfremd – und vielleicht auch nicht allzu praxistauglich. Werfen wir allerdings einen Blick auf die heutigen Rahmenbedingungen im Team, so erkennen wir, dass Wissensmanagement hoch notwendig ist: Denn das fachliche Detail- wie auch das Marktwissen verändern sich zu rasch, als dass wir jeden Mitarbeiter immer wieder aufs Neue (das gleiche) Wissen erfahren lassen könnten; und gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Verbleibdauer jedes Mitarbeiters im Team, sodass es Sinn macht, das Wissen aus den Köpfen Einzelner im Team verfügbar zu machen. Aber nicht nur das: Wissensmanagement kann auch einfach und praktikabel sein – wie in diesem Artikel von Sonja Radatz beschrieben.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Von A - Z

Begriffe zum Thema „Wissen managen“
Sonja Radatz

Verschiedene Begriffe werden mit dem Thema „Wissensmanagement“ in Verbindung gebracht. Einige, wie z.B. das Wort „Daten“ oder „Informationen“ aus der alten Welt; andere, wie z.B. der Begriff „Communities of Practice“ und „Lernende Organisation“ aus der neuen Welt des Managements. Sonja Radatz erklärt im Lexikon diese verschiedenen Begriffe aus ihrer evolutionären Sicht; und es kann sein, dass Ihnen manches überraschend – oder sogar überraschend einfach erscheint.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Tools

Stroytelling
Sonja Radatz

Wer auf spielerische und gleichzeitig einfache Weise die Erfahrungen der Mitarbeiter für die Erarbeitung von Teamstandards in der Zukunft vernetzen will, ist mit Storytelling, das meines Wissens erstmals von Martin Rutte aus den USA kommend als Begriff geprägt und verbreitet wurde, bestens bedient.

(Bestellung des Einzelartikels...)

Kolumne

Mit Netzwerken Innovation sichern
Günter Küppers

Dass viele Organisationen im Alltag „funktionieren“, hat wesentlich damit zu tun, dass sich unter dem Mantel formaler Regeln schon immer Kulturen und Subkulturen entwickelt haben, in denen situative Regeln die objektiv vorgegebenen ablösen.

(Bestellung des Einzelartikels...)

SERVICE

Bücher-Tipps der LO 34 - November/Dezember
rezensiert von Oliver Bartels

Wege des Wissens

Ernst von Glasersfeld
Wege des Wissens
263 Seiten
Carl-Auer-Systeme
ISBN: 3-89670-004-9


Dieses Buch ist eine großartige Einladung an alle, die Lust haben, Ernst von Glasersfelds konstruktivistischen Erkundungen durch unser Denken nachzugehen. Der Band enthält neben Originalbeiträgen die wichtigsten Aufsätze Ernst von Glasersfeld in deutscher Übersetzung. Dass Ernst von Glasersfeld Kybernetiker wurde, führt er im vorliegenden Buch vor allem auf zwei Wurzeln zurück. Das eine ist sein mehrsprachiges Aufwachsen, welches ihm gezeigt hat, dass eine Sprache nicht nur das Sprechen, sondern auch das Denken einschränkt und beeinflusst. Die zweite Wurzel ist für ihn Jean Piaget. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen. Durch die Sammlung von Aufsätzen und Beiträgen kommt es in der jeweiligen Einleitung gelegentlich zu Wiederholungen. Besonders empfehlenswert das Kapitel: Lehren und Lernen aus der Sicht eines Konstruktivisten. In diesem Kapitel erläutert von Glaserfeld welche Auswirkungen die konstruktivistische Denkweise auf die Pädagogik hat.

 



 

Wissen & Management

Sebastian Eschenbach,
Barbara Geyer,
Karl Enghauser
Wissen & Management
184 Seiten
Linde
ISBN: 3714300201
EUR 23,90

Das Autorentrio stellt zwölf gängige Wissensmanagementansätze vor. Es eignet sich aus meiner Sicht sehr gut für Einsteiger ins Thema, für Personen, die bereits einzelne Ansätze kennen und sich einen Überblick verschaffen wollen und ebenso als Nachschlagewerk. Die 15 Kapitel sind in sich abgeschlossen, sie können somit auch einzelne Kapitel herausgreifen. Lesen Sie das gesamte Buch, werden Sie Überschneidungen finden. Besonders gut gefällt mir das Einstiegskapitel 1 sowie das Abschlusskapitel 15 das einen Bogen zu den vorangegangenen Kapitel schlägt. Diese Vorgehensweise bietet dem Leser über das Verständnis einzelner Konzepte hinaus eine mögliche Vernetzung an. Einzelne Modelle werden in überschaubaren und, weil ich finde gut verständlichen Abbildungen verdeutlicht.
„Wissen & Management“ ist eine hilfreiche Zusammenfassung, die durch sorgfältige Recherche auch zur Vertiefung animiert. Für mich ist das Buch durchwegs empfehlenswert, sowohl zum Einstieg ins Thema als auch als Praxishandbuch und Nachschlagewerk.

 

Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana

Umberto Eco
Die geheimnisvolle
Flamme der Königin
Loana
480 Seiten
Hanser Verlag
ISBN: 3446205276
EUR 25,90  

Ausnahmsweise möchte ich an dieser Stelle einen Roman empfehlen, der für mich zum Thema Wissen passt: Bodoni erwacht aus dem Koma: ohne Erinnerung. Was bleibt von einem Menschen, der keine Erinnerung mehr hat? Schritt für Schritt tastet sich die Hauptperson des Romans zurück, sucht, was er bereits „er-lebt“ hat, was er mit eigenen Augen gesehen hat. Wie ist das, wenn man sprechen kann, redegewandt ist, sich aber nicht mehr daran erinnert, was einem zu dem gemacht hat, was man selbst in sich sieht? Umberto Eco, der Verwandlungskünstler der Literatur, und für mich einer der größten Philosophen, verblüfft und verzaubert seine Leser – wieder einmal. Während Bodoni in Gesprächen und Spaziergängen Schritt für Schritt sein Leben wiederfindet, lädt Eco den Leser ein darüber nachzudenken, was die Erinnerung und das Gedächtnis ausmacht und wie wir wissen, was wir wissen. Herr Eco möge es mir verzeihen: für mich ein zutiefst konstruktivistischer Roman über das Erfinden der Welt und das eigene Wissen.

        

 

Wenn Ihr Unternehmen wüßte, was es alles weiß . . .

Thomas H. Davenport,
Laurence Prusak
Wenn Ihr Unternehmen
wüßte, was es alles weiß . . .
349 Seiten
MI Verlag
ISBN: 3478364701
EUR 43,90

Die Autoren Davenport/Prusak geben in ihrem Buch eine umfassende und gut lesbare Einführung in das Thema Wissensmanagement. Viele greifbare Beispiele werden Ihnen beim Lesen das Verständnis der Problematik erleichtern. Das Buch ist als Praxishandbuch angelegt und bietet viele Erfahrungsbeispiele aus der US-amerikanischen Wirtschaft an. Darüber hinaus ist das Buch vollgepackt mit Instrumenten. Diese verbergen sich allerdings immer zwischen den Praxisgeschichten. Ich persönlich glaube daher, dass schnelles Nachschlagen ist schwierig. Manche Angebote, die die beiden Autoren machen, sind von einer linearen Denkweise geprägt: Wenn Sie in Ihrem Unternehmen A tun werden Sie B erhalten. Diesen Ansatz teile ich nicht. Dennoch lässt sich das Buch auch mit „evolutionärer Brille“ lesen und bietet viele gute Anregungen. In jedem Fall liefern die Autoren für mich passende Antworten auf die Frage, warum Wissensmanagement für Unternehmen so wertvoll sein kann.

 

zurück