LO 28 - November/Dezember

 
Die LO 28 widmet sich dem Thema „Verändern wir die Veränderungsprozesse“, das derzeit sehr viele Unternehmen bewegt – ganz einfach deshalb, weil die herkömmlichen Change-Rezepte oft nicht mehr aufgehen:
Der Editorial Gelebte Veränderung? denkt an, wie kontinuierliche Veränderung an der Basis die von oben angeordneten Veränderungsprozesse ersetzen kann. Steve Lundin stellt in seinem Cover-Artikel die sieben Zutaten seiner weltberühmten FISH! - Philosophie vor. Sonja Radatz stellt in ihren Reflection Pieces mit dem Titel 10 Thesen zur evolutionären Revolution in Veränderungsprozessen die meisten gängigen Vorgangsweisen in Veränderungsprozessen auf den Kopf. Heinz K. Stahl fokussiert in seinem Artikel Mittleres Management – Nadelöhr für Veränderungsprozesse? auf die Rolle des mittleren Managements in Veränderungsprozessen. Brainstorming für den Kopf verspricht Florian Fischers Special Comment Selbstorganisation als Gesetz aller Prozesse universellen Lebens.
Aber die LO 28 hat auch Umsetzungsanleitungen in Sachen Veränderungsmanagement zu bieten: Teamdiagnose auf systemisch von Dani Rey führt den Reigen an; sehr gut ergänzt von Marlies Lenglachners Lösungsfokussiert Systemisches Coaching – LSC® bei Teams in Veränderungsprozessen, in dem die Autorin schildert, wie sich Teams unter hohem Veränderungsdruck erfolgreich weiterentwickeln können. Michael Loebbert, Erfolgsautor von „Storymanagement“ berichtet in seinem Artikel Stories of Change – Wie Geschichten Veränderung in Unternehmen führen über die konkrete Anwendung von Stories in Change-Prozessen; Unternehmen, sterbt schneller! - ein Artikel zum Nachdenken von Frank E.P. Dievernich; Katja Wengel und Joachim Hipp vermitteln in Innovationsbrücken für Change Manager, wie zwischen Bewährtem und Neuem eine erfolgreiche Brücke geschlagen werden kann; und Oliver Bartels beschreibt in BalancedChange, wie Führungskräfte erfolgreich einen Change-Prozess gestalten und umsetzen können.

COVER STORY

FISH! als Motor für Arbeitsqualität und Veränderung
Stephen C. Lundin, Ph.D.

Steve Lundin, Ph.D., ist Autor, Filmemacher und Vortragender auf allen 5 Kontinenten. Er schuf und produzierte die preisgekrönte Firestarter Serie über den Gedichteschreiber David Whyte sowie gemeinsam mit anderen die Filme FISH!, FISH! STICKS und FISH! Tales. Darüber hinaus Autor der Bestseller FISH!, FISH! Tales, FISH! Sticks und FISH! for Life, die mehr als 5 Millionen mal verkauft wurden.

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REFLECTION PIECES
10 Thesen zur evolutionären Revolution in Veränderungsprozessen
SONJA RADATZ

80% der Veränderungsprozesse in Unternehmen laufen schief oder werden nie zu Ende geführt. Das ist kein Zufall – oder anders formuliert: Es liegt an uns, erfolgreiche Veränderungsprozesse zu gestalten und umzusetzen. Sonja Radatz hat in ihrer langjährigen Beratungspraxis 10 Thesen für die Veränderung der Veränderungsprozesse entwickelt, die ihrem Change-Modell zugrunde liegen. Diese stellt sie in diesem Artikel vor.

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FORSCHUNG UNTER DER LUPE
Mittleres Management ? Ein Nadelöhr für Veränderungsprozesse?
Heinz K. Stahl

Die traditionelle Aufgabe des mittleren Managements, durch Routinewissen und seine feste organisatorische Verankerung für kontinuierliche Anpassungen und Stabilität des Unternehmens zu sorgen, kommt besonders dort in Bedrängnis, wo die Bedingungen der sogenannten "high velocity" herrschen: wo sich also Nachfrage, Wettbewerb und Technologie rasch und unvorhersehbar verändern. Und gerade hier ist das mittlere Management aufgrund seiner "Sandwich-Position" zunehmend auch mit "hausgemachten" Diskontinuitäten konfrontiert. Bei geplanten Veränderungsprozessen, besonders wenn sie als "Bombenwurfstrategie" orchestriert werden, kennt es kaum die vollen Hintergründe, muss jedoch trotzdem so tun, als ob es sich mit der Rationalität der Änderungen voll identifizierte.
Heinz K. Stahl zeigt in seinem Beitrag, welche vernachlässigten oder gar nicht bekannten Fähigkeiten und Fertigkeiten ("Kompetenzen") thematisiert und entwickelt werden müssen, um das mittlere Management vom möglichen Nadelöhr zum Katalysator von geplanten Veränderungsprozessen zu transformieren.

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Special Comment.
Selbstorganisation als Gesetz aller Prozesse universellen Lebens
von Florian Fischer

Der Selbstorganisation gelassen Raum geben. Was bedeutet das für den Manager, für uns persönlich? Diesen Fragen geht Florian Fischer in seinem Artikel sehr pointiert und komprimiert nach – und trifft auf Punkte, die uns zum Nachdenken anregen und uns dazu bewegen, die Dinge in Frage zu stellen: Unsere eigenen Handlungen und Nichthandlungen, die Art und Weise wie wir unsere Arbeit angehen oder lieber lassen und unsere Möglichkeiten, Selbstorganisation zuzulassen.

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THEORIE UND PRAXIS
Stories of Change - Wie Geschichten Veränderung in Unternehmen führen
Michael Loebbert

Geschichten, die wir über unsere Erlebnisse erzählen, geben diesen Bedeutung und Sinn – und stellen damit die Sinngeneratoren menschlichen Handelns dar. Das gilt für individuelles Erleben genau so wie für Erleben im Kontext von Organisationen. Darüber hinaus gestalten sie aber auch Werte und Identität, und können daher in Unternehmen – insbesondere im Zusammenhang mit Veränderungsprozessen – sehr effektiv eingesetzt werden. Denn Geschichten vermitteln Lehrstücke und Beispiele für das was funktioniert und was erfolglos bleibt.
Ihre Macht und Wirksamkeit beruht darauf, dass Geschichten Menschen direkt in ihrem Erleben ansprechen. Und natürlich haben wir Menschen ein feines Gespür dafür, was eine gute Geschichte für uns ist bzw. mit welchen Geschichten wir unserem Leben und auch unserer Zusammenarbeit in Organisationen Sinn geben wollen.
Wie Geschichten in Unternehmen bewusst genutzt werden können, um erfolgreich zu führen, beschreibt Michael Loebbert in seinem Artikel.

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LESSONS LEARNED
Innovationsbrücken für Change-Manager
Katja Wengel und Joachim Hipp

Wer Veränderungen plant, richtet seinen Blick im Idealfall darauf, was in Zukunft getan werden soll. Dabei laufen ManagerInnen leicht Gefahr, das Bisherige abzuwerten und sich nur auf das Neue zu konzentrieren. Ein Vorgehen, durch das sich Führungskräfte wie Mitarbeiter häufig abgewertet fühlen und in der Folge Widerstand entwickeln. Die von Katja Wengel und Joachim Hipp entworfene „Innovationsbrücke“ sorgt dafür, dass ein guter Übergang zwischen dem guten Bewährten und dem interessanten Neuen entsteht und Veränderung auf diese Weise in eine förderliche Balance gebracht wird.

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BEST PRACTICES
Die Bedeutung von Rahmenbedingungen in Organisationsaufstellungen
Kristine Alex

Organisationsaufstellungen benötigen spezielle Rahmenbedingungen, damit erfolgreich gearbeitet werden kann.
Ebenso ist es wichtig, eine ganze Vielfalt von Wahrnehmungsebenen mit einzubeziehen, um Lösungen zu erarbeiten.
Welche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden sollten, beschreibt Kristine Alex in ihrem Artikel, in dem sie ihre persönlichen Erfahrungen im Bereich Organisationsaufstellungen weitergibt.

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TOOLS
Balanced Change
Oliver Bartels

Die Frage, warum Change-Prozesse in Unternehmen immer wieder scheitern ist mittlerweile ein Klassiker der Management- und Organisationsentwicklungsliteratur.
Dass der Kampf um einen erfolgreichen Veränderungsprozess dennoch nicht vergeblich ist, beweist Oliver Bartels mit seinem Artikel: Veränderung ist aus seiner Sicht selbst dann möglich, wenn die Veränderungsarbeit bei der zweitbesten Lösung ansetzen muss, oder in anderen Worten: Veränderung kann auch dann vom mittleren Management erfolgreich gestaltet und umgesetzt werden, wenn die Unetrnehmensleitung das Ziel des Change-Prozesses bereits vorgeschrieben hat.

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KNOW HOW
Lösungsfokussiert Systemisches Coaching – LSC®bei Teams in Veränderungsprozessen
Marlies Lenglachner

Wie wird aus einem erschöpften, demotivierten, enttäuschten und perspektivenlosen Team ein Team, das rasch wieder in den „Flow“ kommt, Spaß an der Arbeit hat und interessiert ist, weiterzukommen? Dieser Frage widmet sich der Artikel von Marlies Lenglachner, in dem es ihr gelingt, nicht nur die Rahmenbedingungen für funktionierende Teamarbeit in Veränderungsprozessen darzustellen, sondern diese auch in ihrem Ablauf und in der Umsetzung sehr plastisch darzustellen.

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READERS PAGES
Unternehmen, sterbt schneller!
Frank E.P. Dievernich

Unzählige Optimierungs-, Sanierungs- und Effizienzprogramme suggerieren uns täglich, dass wir das Leben unserer Unternehmen bis ins Unendliche steigern können – oder anders formuliert: Wir entdecken immer wieder neue Möglichkeiten, die uns die Sicherheit vermitteln, dass „es schon irgendwie weitergeht“. Die Frage ist nur: Macht dies Sinn? Oder bringt es letztendlich vielleicht sogar wesentlich mehr, sich mit der gegenteiligen Thematik zu beschäftigen – damit, wie Unternehmen schneller sterben können, um Platz für Neues zu schaffen und den Umgang mit Unsicherheit zu üben?
Letzterem Gedanken widmet sich Frank Dievernich in seinem Artikel – und verändert damit das grundsätzliche Paradigma in Management und Unternehmensführung. Ein Artikel, der uns zum Nachdenken zwingt.

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SERVICE

Bücher-Tipps der LO 28 - November/Dezember
rezensiert von Sonja Radatz

Storymanagement

Michael Loebbert
Storymanagement
257 Seiten
Klett-Cotta Verlag
ISBN 3-608-94057-X
EUR 27,50

Storymanagement ist eine Methodik, die ihre Wurzeln im narrativen Ansatz hat. Dieser geht davon aus, dass das Erleben und Handeln von Menschen die Form von Geschichten hat – oder anders formuliert: Nur das, was als Geschichte erlebt und getan wird, hat Bedeutung für unser Leben. Und die Geschichten die erzählt werden, haben Auswirkungen darauf, was getan bzw. nicht getan wird. Das hat natürlich Auswirkungen auf das Unternehmen im Allgemeinen und auf Führung und Management im Besonderen.
Michael Loebbert gibt in seinem Buch einen ganz ausgezeichneten Überblick darüber, wie wir in den Geschichtenkreis unseres Unternehmens intervenieren können und welche Ansätze und Instrumente uns mit Storys zur Verfügung stehen, um aus unseren Unternehmen bzw. Teams eine gute Geschichte zu machen.
Er stellt zunächst dar, wie Geschichten als rhetorisches Mittel, als Speicher und Medien für Handlungsmuster, soziale Regeln und Normen, als Emergenzphänomene und als Interventionen wirken können und erklärt dann sehr praxisnah, wie das Management mit Geschichten, das Geschichten erzählen als Intervention und die Anwendung von Storytelling als „narrative Beratung“ im Consulting-Bereich funktioniert.
Und ganz besonders schön fand ich das Kapitel über die Vermittlung von Sinn in Unternehmen mit Geschichten…



 

 



 

Der Fred-Faktor
Ein Motivationsbuch

Mark Sanborn
Der Fred-Faktor
Ein Motivationsbuch
126 Seiten
mvg Verlag
ISBN 3-636-06121-6
EUR 15,90

Was können wir von unserem Postboten lernen? Nun, dazu müssten wir ihn erst einmal von der Nähe betrachten und seine Arbeit verfolgen – oder besser, die Art und Weise wie er seine Arbeit tut. Das machte Mark Sanborn: Er lernte anlässlich seines Umzug den Postboten näher kennen und begann sich alsbald, mit dessen besonderer Einstellung zu seiner Arbeit näher zu beschäftigen: Denn Fred ist durch und durch bemerkenswert – er engagiert sich weit mehr als üblich und ausgesprochen engagiert um seine Kunden und erweckt dabei stets den Eindruck, als bereite ihm sein doch sehr alltäglicher Job eine besondere Freude.
Dieses Buch beantwortet die Frage, wie wir mehr Energie in unser Privat- und Berufsleben bekommen und die Beziehungen zu anderen Menschen intensivieren können – mit Hilfe von 4 Prinzipien: Jeder kann etwas bewirken; Erfolg baut auf Beziehungen auf; wir sollten ständig etwas erschaffen, das für andere wertvoll ist, ohne dass es uns einen Cent kostet; wir können uns selbst immer wieder neu erfinden.
Aufbauend auf diesen vier Prinzipien beschreibt Mark Sanborn sehr knapp, klar und verständlich, wie wir nicht nur den „Fred-Faktor“ in unserem täglichen Privat- und Berufsleben umsetzen können, sondern auch, wie wir andere „Freds“ fördern und unterstützen können. Ein unglaublich einfaches, aber sehr hilfreiches Buch für Menschen, die an sich arbeiten möchten!


 

Die Kunst des Dialogs
Kreative Kommunikation entdecken

Johannes F. Hartkemeyer und Martina Hartkemeyer
Die Kunst des Dialogs
Kreative Kommunikation entdecken
242 Seiten
Klett-Cotta Verlag
ISBN 3-608-94118-5
EUR 28,--

Der Dialog ist ein Kommunikationsverfahren, ein ergebnisoffener Prozess, in dem die Regeln, Methoden und Rituale sich stets für den Erkenntnisprozess als dienlich erweisen sollen. Es wurde im Wesentlichen vom Quantenphysiker David Bohm und vom jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber entwickelt. Bei David Bohm bedeutet Dialog das „Fließen von Sinn“ – das Suchen und Entwickeln neuer, zuvor nicht bekannter Bedeutung in einer Gruppe um und durch die Menschen. Damit soll der Dialog ermöglichen, den Voraussetzungen, Ideen, Annahmen, Überzeugungen und Gefühlen von Menschen auf den Grund zu gehen, die unterschwellig die Interaktionen in der Gruppe beherrschen. Dialog ist weder Diskussion noch Debatte, aber auch kein Disput. Es geht nicht darum, sich durchzusetzen, „Punkte zu machen“ und mit der eigenen Meinung zu „gewinnen“, sondern alle Beteiligten gewinnen zu lassen und ihnen gleichzeitig neue Einsichten zu vermitteln.
In diesem Buch beschreiben Johannes und Martina Hartkemeyer, wie Dialog in unterschiedlichen Situationen funktioniert und angewendet werden kann: Ein sehr übersichtliches Lehr- und Lernbuch mit zahlreichen Übungen, abwechslungsreich gestaltet und sehr kompakt angelegt.

 

Miteinander denken
Das Geheimnis des Dialogs

Martina und Johannes F. Hartkemeyer, L. Freeman Dhority
Miteinander denken
Das Geheimnis des Dialogs
284 Seiten
Klett-Cotta-Verlag
ISBN 3-608-91943-0
EUR 22,50

Dialog ist kein Zaubermittel, aber ein erster, einfacher Schritt, wie in Teams, in Führungsbeziehungen, in Meetings, aber auch zwischen den Mitgliedern der Organisation optimaler kommuniziert werden kann – für alle Beteiligten.
Den Dialog muss man üben; und in diesem Buch wird verraten, wie. Die insgesamt 10 Kernfähigkeiten, die hier vorgestellt werden, unterstützen die Lernenden dabei. Darüber hinaus wird dargestellt, wie der Dialogprozess abläuft, welche Rolle und Rahmenbedingungen der Dialogbegleiter braucht und wie der Dialog nicht nur in Organisationen, sondern auch im sozialen Alltag, in der Politik und beim Thema Ökologie angewendet werden kann.
Praxisorientiert, anwenderfreundlich und verständlich beschrieben: Das sind die Qualitäten dieses Buches, die den Leser begleiten. Freeman Dhority, der Co-Autor dieses Buches, hat William Isaacs in seinem MIT-Projekt zum Thema Dialog langjährig begleitet und Dialog erstmals in Deutschland eingeführt.


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