LO 24 - März/April

 

Cover-Thema:
Bernd Linder-Hofmann und Manfred Zink, „Selbstmanagement im Management“

 

Wolfram Lutterer, „Starre Selbstbilder als Barrieren beim Umgang mit komplexen Systemen“

Harry Merl, „Den Traum vom gelungenen Selbst im Berufsleben leben“
Franz Friczewski, „Organisationen: Geistlose Maschinen oder Maschinen aus Geist?“
Benno Paglia, „Veränderung persönlich nehmen!“
Christian K. Mang, „Selbstmanagement als Führungskraft“

Renate Daimler, „Heldenreise als kreatives Selbstmanagement“

Brigitte Sachs-Schaffer, „Ressourcenbewusst leben und führen als Gegensatz zum Warten
auf den Burn out
Bücher-Tipps


COVER STORY

Selbstmanagement im Management
Bernd Linder-Hofmann und Manfred Zin

In diesem Artikel von Bernd Linder-Hofmann und Manfred Zink geht es nicht nur um neue Instrumente, nicht nur um neue Tools und nicht nur um neue Techniken im Management. Sondern es geht zentral um den Menschen hinter dem Manager und darum, dass die Welt der Organisationen und des Managements so ist, wie sie ist, weil wir sie so gedacht haben und noch immer denken. Wir können diese Welt aber auch anders denken, und wenn wir sie anders denken können, können wir sie auch anders gestalten. Aber dazu bedarf es wesentlich mehr als nur neuer Instrumente und Techniken im Management.
(Bestellung des Einzelartikels...)

FORSCHUNG UND ERGEBNISSE

Forschung unter der Lupe
Starre Selbstbilder als Barrieren beim Umgang mit komplexen Situationen
Wolfram Lutterer


Wir wissen alle, dass unsere Welt für gewöhnlich nicht so einfach ist, wie wir sie uns erhoffen; ja, dass sie uns meist mit einer ungeheuren Komplexität trifft. Starre Selbst- und Weltbilder behindern uns dabei zumeist in komplexen Situationen. In diesem Artikel stellt Wolfram Lutterer dar, wie zentral die Entwicklung kausaler Vorstellungen für unsere in¬dividuelle Entwicklung sowie unser individuelles Welt- und Selbstbild sind; wie Selbst- und Weltbilder einander bedingen; auf welchen teils grundlegenden Irrtümern die Starrheit in unseren Sichtweisen beruht; und schließlich, welche Zusammenhänge zwischen starren Selbstbildern in ihrer Notwendigkeit wie auch ihrer Wandelbarkeit und dem Handeln in komplexen Situationen bestehen.
(Bestellung des Einzelartikels...)

Theorie und Praxis
Den Traum vom gelungenen Selbst im Berufsleben leben
Harry Merl


Es ist mit Sicherheit nicht schwierig, den Traum vom gelungenen Selbst zu leben – denn es sind die kleinen Dinge, die dazu beitragen. Aber wir müssen uns dieser kleinen Bausteine, dieser Puzzleteile in unserem Leben bewusst werden, um sie auch auf passende Weise in das große Ganze einzufügen.
Harry Merl schildert in seinem Artikel, wie wir uns den Traum vom gelungenen Selbst jeden Tag schaffen können – im Beruf, aber auch im Alltag.
(Bestellung des Einzelartikels...)

Serie
Organisationen: Geistlose Maschinen oder Maschinen aus Geist?
Franz Friczewski


Was macht eine Organisation zu einer vitalen, intelligenten und lernenden Organisation? Wenn Menschen sich organisieren, so meint Franz Friczewski in diesem Artikel, dann unterstellen sie notwendigerweise eine „Maschine aus Geist“, das heißt einen Prozess der Selbst-Organisation des Lebens (Autopoiesis im Sinne Maturanas). In ihrem Kern oder Zentrum ist „Organisation“ daher ein leerer, offener Raum von Möglichkeiten.
Was veranlasst die Beteiligten (Führungskräfte wie Mitarbeiter) nun immer wieder, dieses Zentrum – letztlich zum Schaden aller – mit ihren persönlichen Ideen und Obsessionen von Macht, Erfolg, Besitz oder mit Besserwisserei zu voll zu stopfen und so die Vitalität des Organisations-„Körpers“, seine Fähigkeit zur Selbst-Organisation, zu schwächen? Und umgekehrt: Was würde ihnen helfen, dieses Zentrum – zum Nutzen aller – so leer und so offen wie möglich zu halten?
(Bestellung des Einzelartikels...)

WISSENSDATENBANK

Lessons learned
Veränderungen persönlich nehmen!
Benno Paglia



Schlägt die Flut der Leistungsgesellschaft ihre Wellen über uns zusammen? Sind wir nur noch Opfer von überfallartigen Veränderungsprozessen? Und warum fällt vielen Menschen die Veränderung so schwer?
Aus systemisch-konstruktivistischer Sicht sind wir fähig, periodisch unsere eigenen Realitäten zu verändern – und sie erlebten Wirklichkeiten anzupassen. Doch dazu gehört auch das Engagement für sich selbst – und der Mut, die Sinn-Frage zu stellen, auch wenn sie vielleicht nicht dem Zeitgeist entspricht.
(Bestellung des Einzelartikels...)

UNTERNEHMENSPRAXIS

Tools
Selbstmanagement als Führungskraft
Christian K. Mang



Viele Führungskräfte wie auch Leitende haben gar nicht die Möglichkeit, Coaching in Anspruch zu nehmen – oder sie wollen keines in Anspruch nehmen, um in bestimmten Unternehmenskulturen nicht als „schwache Persönlichkeit “ angesehen zu werden. Hier ist effektives Selbst-Management eine sinnvolle Alternative, wie es von Christian K. Mang in diesem Artikel beschrieben wird: Schnell zur Hand, eignet es sich hervorragend dazu, heikle Situationen durchzudenken, Entscheidungen auf ihre Auswirkungen zu prüfen und für anstehende Probleme Lösungen zu finden.
(Bestellung des Einzelartikels...)

Know-how
Heldenreise als kreatives Selbstmanagement
Renate Daimler


Eine Heldin, ein Held bricht auf, stellt sich den Gefahren einer abenteuerlichen Reise und findet sich selbst: Eine Geschichte, so alt wie Menschheit.
Renate Daimler beschreibt die Heldenreise nach Paul Rebillot. Auf der Reise zu den inneren Helden und Dämonen liegen die Geschenke auf dem Weg: u. a. mehr Kreativität, mehr Durchsetzungskraft, bessere Kommunikation und neue Visionen...(Bestellung des Einzelartikels...)

 

Readers´ Pages
Ressourcenbewusst leben und führen als Gegenkonzept zum Warten auf den Burn out
Brigitte Sachs-Schaffer


Wir tun täglich, was wir können. Und ganz offensichtlich können wir viel und lange – denn wir sind ein zähes Volk. Aber wer jede Woche gut und gerne 70 – 100 Arbeitsstunden leistet und auch abends und nachts noch bereitwillig „im Bedarfsfall“ für das Unternehmen da ist, darf sich nicht wundern, wenn nach einigen Jahren der Herzinfarkt oder zumindest das Burn out ins Haus steht.
Spätestens dann, idealer Weise aber schon früher, sollten wir beginnen, uns intensiv mit uns auseinander zu setzen: mit unseren langfristigen persönlichen Zielen und mit dem, was uns wirklich wichtig ist. Denn wenn die Ampel auf Rot steht, sollten wir stehen bleiben, um nicht Gefahr für uns und für andere zu riskieren. Wie, schildert Brigitte Sachs-Schaffer in diesem Artikel.

(Bestellung des Einzelartikels...)

 

SERVICE

Bücher-Tipps der LO 24– März/ April 2005
rezensiert von Sonja Radatz

Bitte nicht helfen!
Es ist auch so schon schwer genug


Selbsthilfebücher sorgen nicht selten dafür, dass sich die LeserInnen nach Konsum des Buches schlechter fühlen als vorher: Denn sie haben zwar Anleitungen bekommen, die ihnen auch ganz einfach umsetzbar erscheinen, aber eben zu ihrer Situation, ihrem System nicht passen. Gut gemeinte Ratschläge sind zwar meist für den gut, der sie kommuniziert, können aber bei anderen Menschen oft schlichtweg das Gegenteil bewirken.

Jürgen Hargens will mit seinem Buch etwas anderes bewirken: Ihm geht es darum, dass die LeserInnen beginnen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, also quasi die Expertise für das, was situativ funktioniert, selbst zu übernehmen. Er schildert – beginnend mit drei ganz einfachen Regeln der Selbsthilfe – wie wir Schritt für Schritt für unser Berufs- und Privatleben funktionierende Wege und Handlungsalternativen entwickeln können.
Ein Buch, so kurz und knapp, dass es jeder an einem Tag lesen kann – und in solchen einfachen, allgemein gültigen Schritten beschrieben, dass das Buch zum ständigen Begleiter werden kann; denn es lohnt sich allemal, jeden Tag aufs Neue hineinzuschauen und aus einer veränderten Perspektive Neues darin zu entdecken.

 


 

 

 

Hagakure
Der Weg des Samurai


 

Hagakure steht für den Ehrenkodex für Samurais aus dem alten Japan. Seine großen Schlüsseltugenden umfassen Durchsetzungsfähigkeit und Integrität, Entschlossenheit und Mitgefühl, Mut und Loyalität. Und er stellt einen spirituellen Leitfaden für den beruflichen und privaten Erfolg dar.
Natürlich ist die Kultur Europas mit der in Japan nicht vergleichbar – und viele Themen, die in diesem Buch angesprochen werden, passen daher überhaupt nicht in den Kontext unseres Wirtschaftslebens.
Aber das Buch beeindruckt durch seine Stringenz und Klarheit; durch die Durchgängigkeit der Führungshaltung sowie Mitarbeiterhaltung, die hier angeboten wird. Verwendet der Leser das Buch als Reflexionsgrundlage, als Möglichkeit, sich selbst in Frage zu stellen und sich gegenüber der im Buch angebotenen Haltung zu positionieren, so wird er für sich Klarheit gewinnen und Grundlagen erarbeiten können, um seinen einzigartigen Weg zu schaffen.



 



 

Die Reise nach Wladiwostock
Eine systemtheoretische Exkursion


 

Eine Theorie ist eine Theorie ist eine Theorie. Und ein Buch ist ein Buch ist ein Buch. Was aber, wenn der im Buch beschriebene Inhalt gerade erst wieder die Theorie beschreibt, festigt, die Theorie erzeugt?
Dies ist ein durch und durch ungewöhnliches Buch. Es geht darin – und das ist noch nicht sehr aufregend – um die Verschiebungen und Zerstreuungen der Systemtheorie der Bielefelder Provenienz im Laufe der Zeit. Und diese Veränderungen hätte man einfach nachzeichnen und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit in Form einer wissenschaftlichen Publikation anbieten können. Aber den Autoren ging es darum, auch ein primär nicht wissenschaftlich orientiertes Lesepublikum zu verführen, mit der Theorie Kontakt aufzunehmen. Wie sollte das besser passieren können, als auf einer Reise von Hamburg nach Wladiwostok – in einem Dialog zwischen den Autoren?
In diesem Buch erleben die LeserInnen die Kybernetik zweiter Ordnung nicht nur im Inhalt, sondern auch im Prozess des Buches selbst und in dem, was zwischen den Protagonisten – dem depressiven Herrn Siebenschwan, dem Professor Gabriel St. Beeltz, einem Espresso-Bar-Angestellten, der ehemaligen Studentin Frieda, dem Schaffner an Bord des ICE und dem Lehrbeauftragten Bastian Schwurb passiert.

 

Human Power & Strategic Performance
Strategisches Personalmanagement als Schlüssel zur größten Produktivitätsreserve

 

 

Ein sehr übersichtliches, praxisbezogenes Buch für alle, die sich dem Thema „Strategisches Personalmanagement“ in Zukunft widmen wollen oder müssen – denn es zeigt auf, wie die Strategie an den Arbeitsplatz kommt und welche Ansätze und Modelle dafür zur Anwendung kommen können. Ausgehend vom Modell und den Gestaltungsmöglichkeiten des strategischen Personalmanagements werden zunächst der Prozess und in der Folge strategieorientierte Programme dargestellt, die das strategische Personalmanagement unterstützen, sowie Scorecard-Systeme und deren Ausgestaltung in der Praxis. Das Buch wird durch vier Beispiele abgerundet, in denen es um den Aufbau eines „Gewinner-Unternehmens“, die Gestaltung des strategischen Personalmanagements in Deutsch-Schweizer Gemeinden, die Umsetzung der Unternehmensstrategie mit Unterstützung des Personalmanagements und Performance Development in Kundenprojekten.

Das Buch beschreibt eine durchgängig lineare Sichtweise und muss daher – will jemand Strategisches Personalmanagement aus konstruktivistischer Sicht betrachten – komplett umgedacht werden. Fragen wie „Wie könnte eine Balanced Scorecard aus konstruktivistischer Perspektive aussehen?“ oder „Wie kann die Umsetzung der Strategie nach unten auch evolutionär erfolgen?“ entstehen dann. Und aus dieser grundlegenden Umgestaltung könnte durchaus eine reizvolle Aufgabe werden.

zurück