LO 23 - Jänner/Februar

 

Cover-Thema:
Humberto R. Maturana, „Warum Pläne immer wieder scheitern“

 
Josef Oberneder, „Paradoxien im Management“
Georg Ivanovas, „Lösungsstrategien in der Selbstorganisation“
Arnaldo Cacaci, „Management im Wandel braucht Widerstandsprävention“
Sonja Radatz, „General Management aus evolutionärer Sicht“
Franz Friczewski, „Organisation als triviale Maschine“

Petr Parma, „Die gefährliche Idee einer „besseren“ Zukunft“

Bücher-Tipps

COVER STORY

Warum Pläne immer wieder scheitern
Humberto Maturana Romésin

Worauf basieren unsere Unternehmen? Auf Strukturen, Anweisungen, Durchsetzung und Kontrolle? Oder auf der
Schaffung eines offenen Raums für Gespräche und die gemeinsame Koordination von Emotionen, von Wünschen
durch Inspiration, Partizipation, die Schaffung einer Gemeinschaft koordinieren, in der alle in irgendeiner Weise an
der Koordination aktiv beteiligt sind? Und wie können wir den Grundstein für funktionierende, erfolgreiche Unternehmen legen? Sicherlich nicht mit Plänen, die wir von oben nach unten durchsetzen.
Humberto Maturana befasst sich in diesem Artikel mit seiner Perspektive der Unternehmensführung. Der Artikel wurde aus seinem Vortrag im Rahmen des 1. Weltkongresses für Systemisches Management 2001 des ISCT in Wien gestaltet.
(Bestellung des Einzelartikels...)

FORSCHUNG UND ERGEBNISSE

Reflection Pieces
Paradoxien im Management
Josef Oberneder

Welche Grundparadoxien bestehen in Organisationen – und was muss bedacht werden, um die Managementaufgabe auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen? Diese Frage reflektiert Josef Oberneder in seinem Artikel – und gibt Antworten in Form von leitenden Thesen, die für ManagerInnen ernstzunehmende Meilensteine darstellen können (Bestellung des Einzelartikels...)

Forschung unter der Lupe
Lösungsstrategien in der Selbstorganisation
Georg Ivanovas

Welche Prinzipien liegen erfolgreichen Strategien und optimalem Strategiemanagement zugrunde? Und wie können diese Prinzipien im Unternehmen möglichst einfach berücksichtigt und integriert werden?
Georg Ivanovas zeigt in seinem Artikel Grundsätze auf, die erfolgreichen Strategieentwicklungsprozessen und Strategien zugrunde liegen – und er stellt Werkzeuge vor, um Vorgänge in einer Organisation zu beschreiben und wendet diese auf die Gestaltung eines Struktur- und Organisationsrahmens in Unternehmen an. (Bestellung des Einzelartikels...)

Best of Theoretical Works
Management im Wandel braucht Widerstandsprävention
Arnaldo Cacaci

Unternehmen, die heute und morgen erfolgreich sein wollen, befinden sich zwangsweise in einem steten, dynamischen Wandel. Und gerade am Wandel, genauer gesagt, am Widerstand gegen den Wandel, scheitert immer noch ein Großteil der Unternehmen.
Wie kann dem Widerstand begegnet werden – und noch besser: Wie kann fundiert Prävention geleistet werden, sodass Widerstand gar nicht erst auftritt?
Dies untersuchte Arnaldo Cacaci in seiner Dissertation – und kam zu konkret umsetzbaren Ergebnissen. (Bestellung des Einzelartikels...)

Theorie und Praxis
General Management aus evolutionärer Sicht
Sonja Radatz


Das General Management steckt in einer Krise; denn was einmal gut war, funktioniert heute nicht mehr; und für das, was heute Not tut, scheinen noch keine Instrumente im Umlauf zu sein. Nun, es könnte sein, dass in dieser Situation evolutionäres General Management eine echte Alternative darstellt – und Chancen bietet, wo das lineare Management längst abgedankt hat. Eine Beschreibung von Sonja Radatz. (Bestellung des Einzelartikels...)

SERIE

Organisation als triviale Maschine
Franz Friczewski


Es kann bereichernd sein, wenn wir lernen, die Organisationen, mit denen wir es zu tun haben, als etwas zu betrachten, was wir selber täglich neu erschaffen – einfach durch die Art, wie wir hören und sprechen. Diese Sichtweise konsequent durchzuhalten, bedeutet allerdings, unsere gewohnten Denk-Muster kräftig gegen den Strich zu bürsten. Wer sich dieser Mühe unterzieht, der kann mit überraschenden, spannenden, aber auch mit nachdenklich machenden Einsichten rechnen.
Franz Friczewski versucht in diesem Artikel, auf diese Weise den Schaltplan (oder auch „Eigenwert“) von Organisationen zu rekonstruieren, die sich der Logik trivialer Maschinen verschrieben haben. Er geht dafür unter anderem zurück bis zu den Wurzeln von Organisation im „alten Europa“ der Megalith-Kultur vor etwa 7000 Jahren. (Bestellung des Einzelartikels...)

WISSENSDATENBANK

Lessons learned
Die gefährliche Idee einer „besseren“ Zukunft
Petr Parma

Jeder Prozess des Wandels charakterisiert sich dadurch, dass sowohl die Betroffenen als auch die Berater lernen – und beim nächsten Mal im Idealfall bereits mehr Know-how in das Projekt einbringen können.
Petr Parma schildert in seinem Artikel persönliche zentrale Erfahrungen in Form von Best und Worst Practices aus seiner reichhaltigen Praxis in strategischen Transformationsprozessen – mit dem Ziel, dass einige Fettnäpfchen elegant umgangen werden können. (Bestellung des Einzelartikels...)

SERVICE

Bücher-Tipps der LO 23 – Jänner/ Februar 2005
rezensiert von Sonja Radatz

Die Selbstorganisation komplexer Systeme
Ergebnisse aus der Werkstatt der Chaostheorie

Hermann Haken
Die Selbstorganisation komplexer Systeme
Ergebnisse aus der Werkstatt der Chaostheorie
45 Seiten
Picus Verlag
ISBN 3-85452-503-6
EUR 7,90

Hermann Haken entdeckte als theoretischer Physiker Gesetzmäßigkeiten beim Laser, die einen wesentlich größeren Gültigkeitsbereich als den der Physik haben. Um diesen Gültigkeitsbereich auszuloten, gründete er 1969 ein interdisziplinäres Gebiet, das er „Synergetik“ (die Lehre vom Zusammenwirken) mit der grundlegenden Fragestellung „Gibt es allgemeine Prinzipien unabhängig von der Natur der Teile?“ nannte. In seinem Buch beschreibt er – ausgehend von der Frage, wie Ordnungszustände entstehen können, obwohl doch mit dem Anwachsen der Entropie auf dieser Welt alle Ordnungszustände entfallen sollten, seine Untersuchungen von Systemen, die aus sehr vielen einzelnen Teilen bestehen, die miteinander wiederum in Wechselwirkung stehen und dann auch makroskopischer Ebene Strukturen oder Funktionen hervorbringen.

Und seine Antwort besteht darin, dass das Entropiegesetz ja nur für abgeschlossene Systeme gilt. Offene Systeme – wie etwa Organisationen – werden durch einen ständigen Ein- und Ausstrom von Energie und/ oder Materie aufrechterhalten.
Das Büchlein ist sehr kurz und knapp gehalten und stellt eine Zusammenfassung von Hakens Vortrag 2003 im Rahmen der Wiener Vorlesungen dar. Es ist in einer sehr gut verständlichen Sprache geschrieben und regt auf einer abstrakten Ebene zum Weiterdenken an: Was bedeutet die Synergetik für Organsationen?


 

 

 

Den Sprung gewagt!
Live-Interviews mit Führungspersonen aus Wirtschaft, Politik und Kultur

Marie-Louise Neubeiser
Den Sprung gewagt!
Live-Interviews mit Führungspersonen aus Wirtschaft, Politik und Kultur
2004, 157 Seiten, 13 Abbildungen
gebunden
29,80 , 48,90 SFR
ISBN 3-931085-45-7

Das Buch besteht aus zwei Teilen – und es ist schon interessant, dass im Titel ausschließlich der erste Teil angesprochen wird. Zu Recht, würde ich sagen. Denn im ersten Teil werden Führungspersonen zwar die gleichen Fragen gestellt, aber ganz unterschiedliche Antworten gegeben; Antworten, die wir unseren eigenen potentiellen Antworten gegenüber stellen können und unser eigenes Verhalten in kritischen, bisher erlebten Situationen hinterfragen können.
Leider hat die Autorin im zweiten Teil eine Analyse der Interviewpartner vorgenommen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll.
Im ersten Teil – über 61 Seiten – ein durchaus unterhaltsames, interessantes Buch, das die Unterschiedlichkeiten der Handlungen jedes einzelnen Interviewpartners großartig zum Ausdruck bringt.


 



 

Topisches Sozialsystem
Die Einführung der japanischen Lehre vom Ort in die Systemtheorie und deren Konsequenzen für eine Theorie sozialer Systeme


Thomas Latka
Topisches Sozialsystem
Die Einführung der japanischen Lehre vom Ort in die Systemtheorie und deren Konsequenzen für eine Theorie sozialer Systeme
308 Seiten
Carl-Auer Systeme Verlag
ISBN 3-89670-321-8
EUR 24,90, sFr 44,--

Sowohl in der japanischen Philosophie im Allgemeinen, als auch in der japanischen Sozialpsychologie hat der Begriff des Feldes und des Ortes (japanisch ba/ basho) von jeher eine zentrale Rolle inne. Das Wort ist dabei im Deutschen nur ungenügend zu übersetzen: Denn Ort ist für uns mit der Präposition „an“ verbunden – und folgt damit dem Gedanken der Ankopplung, während mit ba bzw. basho die Präposition „in“ verbunden wird, sodass die Begriffe dem Gedanken der Inklusion folgen.
Thomas Latka setzt sich mit seinem Buch zum Ziel, die japanische Lehre vom Ort in die Systemtheorie einzuführen und so den Grundstein für ein topisches Sozialsystem zu legen, das den Bogen zwischen universeller Systemtheorie und kulturspezifischer Lehre spannen kann und zugleich das Verhalten in japanischen Kleingruppen verständlicher machen soll.
Er beschreibt darin zunächst die japanische Lehre vom Ort, führt sie in die systemtheoretische Diskussion ein und stellt darauf aufbauend das Modell eines topischen Sozialsystems vor, das sowohl Plausibilität für die japanische Sozio-Kultur hat, als auch Anschlussfähigkeit an die Diskussion der soziologischen Systemtheorie beweist.

Ein sehr gelungenes, intensives Buch, das in eine grundsätzlich neue Richtung führt und gerade im strategischen Organisationskontext zu einem zentralen Thema werden kann.

 

Management für die Zukunft
Spirit in Business – Anders denken und führen

Siglinda Oppelt
Management für die Zukunft
Spirit in Business – Anders denken und führen
352 Seiten
Kösel Verlag
EUR 29,95

In einer Zeit, die ein Denken in sehr viel größeren Zusammenhängen und von den ManagerInnen im Besonderen eine umfassende Veränderung des Verhaltens erfordert, kommt dieses Buch gerade recht: Denn es beschreibt ein Management, das „mit allen Sinnen denkt“; das alle Intelligenzen nutzt, um sinnvollere Lebens- und Arbeitswelten zu gestalten. Denn die Stars unter den Unternehmen von morgen werden laut Oppelt jene sein, die in mehr als einer rein ökonomischen Dimension erfolgreich sind.

Siglinde Oppelt setzt diesen Gedanken in ihrem Buch konsequent und sehr locker geschrieben um: Sie schreibt vom doppelten Paradoxon der Anerkennung und vom Paradoxon der Göttlichkeit und der Unfehlbarkeit, setzt sich mit Absurditäten in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, der Gesellschaft und der Sozialpolitik sowie der Bildung auseinander und beschreibt dann den Aufbruch in ein neues Bewusstsein.
Aber auch die Praxis kommt nicht zu kurz; denn die Autorin verwendet immerhin ein Drittel des Buches für die Umsetzung dieses von ihr beschriebenen Denkens in die Praxis.
Ein Buch, das bei allen Führungskräften und ManagerInnen nicht nur unter dem Kopfkissen liegen, sondern auch gern und oft zur Hand genommen werden sollte!

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