LO 21 - September/Oktober

 

Cover-Thema:
Barbara Anger-Diàz und Manuel Diàz, „Alles dreht sich um Kommunikation!“

 
Hans Rudi Fischer, „Order from Noise?, oder: Zu den Wurzeln von Kreativität“
Ernst von Glasersfeld, „Constructing Communication“ (Interview: A. Pitasi)
Klaus Krippendorff, “Kommunikation als Überlebensfaktor in Unternehmen“ (Interview: Kerstin Richter)
Schmid und Messmer, „Strukturierte Innovationsprozesse mit dem Perspektiven-Ereignis-Modell“
Sonja Radatz (Zusammenstellung von Zitaten), „Kommunikation konstruieren“

Karin Krobath, „Corporate Wording schärft Unternehmensidentität“

Kirsten Dierolf, „Found in Translation“
Bücher-Tipps
 

COVER STORY

Alles dreht sich um Kommunikation!
Barbara Anger-Diàz und Manuel Diàz



Das MRI (Mental Research Institute) in Palo Alto (California) hat sich bereits früh um seine Dienste an der Kommunikationsforschung verdient gemacht – und im internationalen Team um Paul Watzlawick und Richard Fisch wurde Vieles erarbeitet, was Führungskräfte und Berater heute ausgezeichnet nutzen können, um Gespräche in Gang zu bringen oder zu halten und Probleme zu lösen.
Barbara Anger-Diàz und Manuel Diàz schildern in diesem Artikel, wie der MRI-Ansatz in der Praxis auch in Unternehmen seine Anwendung finden kann.
(Bestellung des Einzelartikels...)

FORSCHUNG UND ERGEBNISSE

Forschung unter der Lupe
Order from Noise?, oder: Zu den Wurzeln der Kreativität
Hans Rudi Fischer

Rationalität und Logik stellen nach wie vor herausragend wichtige Begriffe in der Betriebswirtschaft und Unternehmensführung dar. Wäre jedoch unser Denken nur von solcher Rationalität beherrscht, dann gäbe es keine Kreativität, kein Lernen, keine Innovation und keinen Eigensinn. Hans Rudi Fischer geht in seinem Artikel der Frage nach, wie es möglich ist, angesichts unserer oft eingefahrenen Gedankenbahnen Phantasie und Kreativität frei zu setzen – und vielleicht sogar Denkrevolutionen hervor zu bringen.
Der Artikel entstammt dem von ihm auf dem Internationalen Symposium Knowledge, Organization, Society. Heinz von Foerster and the Biological Computer Laboratory von 13.-15. November 2003 im Ludwig Wittgenstein Haus, Wien gehaltenen Vortrag. (Bestellung des Einzelartikels...)

Special Comment
Constructing Communication
Ernst von Glasersfeld (Interview: Andrea Pitasi))

Wir sprechen täglich von „Tatsachen“, von „Ehrlichkeit“ und „Unwahrheiten“ in der Kommunikation und von „Dingen, die eben so sind und die wir nicht verändern können“. Dies ist verständlich, folgt doch der Begriff der Kommunikation, so wie er uns vertraut ist, meist einem technischen Verständnis der Übertragung von Nachrichten und nicht einem konstruktivistischen Verständnis von „Erschaffung“, die wir höchstpersönlich als Sender bzw. Empfänger vornehmen.
Andrea Pitasi befragte Ernst von Glasersfeld, wie dieser über die Kommunikation zum Konstruktivismus kam, wie er Kommunikation definiert und wie aus seiner Sicht Wissen entsteht. Das Gespräch fand am 21. August 2001 im Haus von Ernst von Glasersfeld statt. (Bestellung des Einzelartikels...)

Theorie und Praxis
Kommunikation bewirkt Veränderung
Klaus Krippendorff (Interview: Kerstin Richter)

Das Thema Kommunikation wird in den meisten Unternehmen unterbewertet – oder, was noch schlimmere Auswirkungen hat, durch allzu viele Regeln definiert. Welche Folgen nicht funktionierende Kommunikation in Unternehmen haben kann und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Kommunikation gelingt, beschreibt Klaus Krippendorff in diesem Artikel. Das Gespräch mit ihm führte Kerstin Richter anlässlich des vom Institut für systemisches Coaching und Training veranstalteten Internationalen Heinz von Foerster Kogresses 2003. (Bestellung des Einzelartikels...)

SERIE

Strukturierte Innovationsprozesse mit der Perspektiven-Ereignis-Metapher
Bernd Schmid und Arnold Messmer

Wenn bei Innovationsvorhaben Perspektiven nicht genügend herausgearbeitet werden, sondern eher schnell Maßnahmen ergriffen werden, lassen diese oft entscheidende Systemzusammenhänge unbeachtet und die Maßnahmen verpuffen oder belasten die Organisation zusätzlich. Das Perspektiven-Ereignis-Modell hilft bei der Klärung von Ideen und Ereignissen in einem gedanklich stringentem Prozess und verbessert damit die Chancen, dass verträgliche Innovationen mit den gewünschten Wirkungen erzielt werden können. Wie, das beschreiben Bernd Schmid und Arnold Messmer in ihrem letzten Teil der Serie, welche die LO 1 ½ Jahre lang begleitet hat. (Bestellung des Einzelartikels...)

WISSENSDATENBANK

Business Trends
Kommunikation konstruieren
Zitate zusammengestellt von Sonja Radatz

Was kann Kommunikation aus systemisch-konstruktivistischer Sicht? Welche Folgen hat diese Definition für unseren (Berufs-) Alltag? Und wie kann Kommunikation fokussiert eingesetzt werden, um bestimmte Ziele zu erreichen? Dies wird hier in Form von ausgewählten Zitaten und Buchausschnitten dargestellt, die durchaus zum Weiterlesen und Anwenden anregen. (Bestellung des Einzelartikels...)

UNTERNEHMENSPRAXIS

Corporate Wording schärft Unternehmenskommunikation
Karin Krobath

Der wichtigste Rohstoff in einem Unternehmen ist die Sprache. Ob gesprochen, gedacht, geschrieben, als Textbaustein in Datenbanken abgelegt – am Anfang war das Wort ----- und am Ende ein komplizierter, unverständlicher Satz.
Organisationen lernen über Veränderungen von Spielregeln. Die formalisierte Firmensprache ist eine solche Spielregel. Oft steht die Alltagskorrespondenz in krassem Gegensatz zu den Leitsätzen eines Unternehmens. Bei Wording-Prozessen werden Mitarbeiter zu Produzenten einer neuen Unternehmenssprache, die das Image der Organisation am Markt schärft. (Bestellung des Einzelartikels...)

Found in Translation
Kirsten Dierolf

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose… oder doch nicht? Was uns in Übersetzungen als selbstverständlich anmutet – dass ein Wort genau definiert sein muss, um die passende Übersetzung dafür zu finden – das vergessen wir oft in unserer täglichen Kommunikation. Denn die „andere Kultur“ fängt nicht erst bei der anderen Sprache, sondern schon beim anderen Menschen an.
Wie man sich entsprechend dem gleichnamigen Film in der „Übersetzung nicht nur verlieren kann“ (Lost in Translation), sondern aus der Notwendigkeit der Übersetzung auch im täglichen Gespräch etwas für die Beteiligten Hilfreiches entdecken kann, schildert Kirsten Dierolf in ihrem Artikel. (Bestellung des Einzelartikels...)

SERVICE

Bücher-Tipps der LO 21 – September/ Oktober 2004
rezensiert von Sonja Radatz

Gandhi für Manager
Der andere Weg zum Erfolg

Jörg Zittlau
Gandhi für Manager
Der andere Weg zum Erfolg
231 Seiten
Eichborn Verlag
ISBN 3-8218-5563-0
EUR 18,40

Was hat Gandhi mit Management zu tun? Wie kann er eine Leitfigur für gelungene Kommunikation und erfolgreiches Leadership darstellen? Das beschreibt Jörg Zittlau in seinem kompakt gehaltenen, handlichen Buch. Die Erfolgsprinzipien und Botschaften Gandhis: Sei wahrhaftig! (Denn nur wir die Kunst der Integrität beherrscht, vermag andere Menschen zu überzeugen), Übe dich in Geduld! (Nur wer nach der Kunst des aktiven Zuwartens lebt und nicht in hektischen Aktionismus verfällt, wird seine Ziele erreichen) und Beherrsche die Kunst des verliererlosen Kompromisses! (Denn nur wer Win-Win-Situationen herstellen kann, beweist sein taktisches Geschick und vermeidet Niederlagen) werden im Buch unter anderem um Themen wie rhetorische Askese, Selbstkritik und schonungslose Offenheit, das Prinzip der ehrfürchtigen Führungskraft, personale Intelligenz und Wohlwollen statt Misstrauen ergänzt.

Ein Buch, in dem zwar immer wieder Begriffe wie „Wahrheit“ und der Unterscheidung zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Handeln auftauchen, und manchmal sogar den moralischen Zeigefinger hebt, um Führungskräften den „richtigen“ Weg zu weisen, das aber durchaus zum Nachdenken anregt und Führungskräften zukunftsorientierte Ideen an die Hand gibt.

 

 

 

Verwirkliche Deine Träume
Schöpferisches Gestalten im Alltag

Gunter König
Verwirkliche Deine Träume
Schöpferisches Gestalten im Alltag
80 Seiten
Schmidt-Verlag, Kirchberg 2003
ISBN 3-935977-40-9
EUR 12,00

„Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will“ (Victor Hugo) – unter diesem Leitsatz schrieb Gunter König ein kleines Anleitungsbuch zur Verwirklichung persönlicher Träume. Das Buch ist sehr einfach geschrieben und damit unmittelbar nachvollziehbar. Es enthält keine Theorie, sondern verwendet ausschließlich das Material, das der Autor ganz offensichtlich selbst anwendet, um seine Träume zu erreichen.

Auf diese Weise ist es eigentlich viel mehr eine Autobiographie der persönlichen Traumerfüllung als eine Beschreibung, die dennoch (oder gerade deshalb?) auch für jeden anderen nutzbar wird. Der Autor schildert im Buch, wie er es fertig gebracht hat, eben dieses Buch zu schreiben. Eine interessante Idee und Konstellation – aber nicht nur das:
Selbst wer keine Träume (mehr) hat, weil er sie schon aufgegeben oder sich schon alles erfüllt hat, was es seiner Meinung nach auf dieser Welt zu erträumen gibt, wird in diesem Buch fündig: Er kann mittels der eingefügten Gedichte mit sich selbst in Kommunikation treten, an Schönes zurückdenken und nicht so Erfolgreiches relativieren.
Und vielleicht tritt auf diese Weise doch der eine oder andere noch nicht erfüllte Wunsch zu Tage…

 



 

Gemeinsam sind wir blöd!?
Die Intelligenz von Unternehmen, Managern und Märkten

Fritz B. Simon
Gemeinsam sind wir blöd!?
Die Intelligenz von Unternehmen, Managern und Märkten
333 Seiten
Carl-Auer Systeme Verlag
ISBN 3-89670-436-2
EUR 34,90
Ob ein Unternehmen intelligenter ist als seine Mitarbeiter oder „blöder“, hängt von den Spielregeln seiner internen Kommunikation ab, meint Fritz Simon. Und: Wer ein Unternehmen oder ein Team leiten will, muss die Mechanismen kennen, die zu „intelligenteren“ oder „weniger intelligenten“ Entscheidungen führen.
Was mir an diesem Buch auffällt, ist ein sehr aggressiver Tonfall und vielfach eine fehlende Wertschätzung, die sich inhaltlich auch darin niederschlägt, dass zwar sehr viel Kritik an Konzepten anderer und am Status Quo geübt wird, aber vom Autor selbst keine Ansatzpunkte für die Schaffung „intelligenter“ Unternehmen entworfen werden, wie dies auf dem Cover versprochen wird; ja, dass sogar das traditionelle Bild der Führungskraft als Führer und Entscheider weitgehend aufrecht erhalten wird.
Interessant ist speziell das Kapitel über „Großgruppeninterventionen“. Hier kritisiert der Autor die Methode anhand des Begriffes, der in Deutschland dafür kreiert wurde, den aber die Entwickler der genannten Methoden weder geprägt haben noch kennen (noch je verwenden würden).
Aber wahrscheinlich ist es genau das, was Fritz Simon will: Widerspruch erregen und zum Nachdenken anregen. Die individuell „intelligente“ (oder „blöde“) Lösung muss dann jeder für sich entwickeln. Ja, das ist ihm gelungen: Insgesamt also ein geniales Buch, das seinen Zweck erfüllt.

 

Cybernetics & Human Knowing No 10: Heinz von Foerster

Soren Brier (Hrsg.)
Cybernetics & Human Knowing No 10
Heinz von Foerster (1911 – 2002)
205 Seiten
zu beziehen unter www.imprint-academic.com/C&HK
USD 63,00
Eigentlich ist das Buch ja eine Zeitschrift – aber sie erscheint in den Sonderheften als Buch. Und dieses englische Sonderheft ist durchgängig Heinz von Foerster (1911 – 2002) gewidmet.
In der Tat ist es ein sehr schönes Kompendium über Heinz von Foersters Person und seine Arbeit geworden – und verrät in, aber auch zwischen den Zeilen immer wieder Lesenswertes über die Grundlagen konstruktivistischen Denkens und Heinz von Foersters Haltung.
Da geht es um Themen wie Ethik, soziale Intelligenz, Ethik, die Teil der Welt-Haltung, Eigenformen und viele andere Themen, die u.a. von Autoren wie Bernhard Pörksen, Pille Bunnell, Bernard Scott, Louis H. Kauffman, Monika Broecker, und natürlich auch von Heinz von Foerster selbst geschrieben wurden.
Ein bemerkenswerter Band, der seinesgleichen sucht und die Auseinandersetzung mit Heinz von Foerster aus verschiedenen Perspektiven und verschiedenen Wissensgebieten vornimmt. Ganz so, wie es Heinz vermutlich geschätzt hätte.

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