LO 19 - Mai/Juni

 

Cover-Thema:
Katharina Anger, ... Do something different: Der MRI-Coachingansatz in der Praxis

 
Sonja Radatz, Beratung ohne Ratschlag??!!
Ben Furman, Zukunftsaspekte der lösungsfokussierten Beratung
Sonja Radatz, Symbole, Rituale und Metaphern erkennen und im Coaching nutzen
Bernd Schmid, Zwischen Kult und Kultur – oder: Ist „Coaching-Qualität“ sicherungsfähig?
Insoo Kim Berg, Lösungsfokussiertes Coaching in der Praxis
Szabó/ Meier, SolutionSurfing
Dierolf/ Visser/ Steiner, Karriere- und Outplacementberatung aus lösungsfokussierter Sicht
Bücher-Tipps
 

COVER STORY

... do something different: Der MRI-Coachingansatz in der Praxis
Katharina Anger

Berühmt geworden durch Paul Watzlawick, hat das Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto (California) einen ganz eigenen konstruktivistischen Therapie- und Coaching-Ansatz entwickelt, der ganz spezifische Instrumente wie etwa die „So tun als ob“ – Methode forciert und sich von anderen im Coaching verwendeten Therapie-Ansätzen maßgeblich unterscheidet. Katharina Anger, die jahrelang am MRI unter anderem mit Paul Watzlawick eng zusammengearbeitet hat, schildert hier plastische Details zum Ansatz aus der Praxis.
Das Interview mit Katharina Anger führte Katrin Jacke. (Bestellung des Einzelartikels...)

FORSCHUNG UND ERGEBNISSE

Reflection Pieces
Beratung ohne Ratschlag??!!
Sonja Radatz

In den letzten Jahren wurde „Beratung ohne Ratschlag“ nicht zuletzt aufgrund des Coaching-Bestsellers von Sonja Radatz zum Schlagwort für eine Coaching-Methode, in der fachliche Inputs gänzlich von maßgeschneiderten systemischen Fragestellungen abgelöst werden. Der Ansatz lebt allerdings nicht– wie manchmal vermutet wird – von den verwendeten Instrumenten und Methoden, sondern von der Denkhaltung, die dahinter steht. Die Eckpfeiler dieser Haltung beschreibt Sonja Radatz in diesem Artikel. (Bestellung des Einzelartikels...)

Special Comment
Zukunftsaspekte der lösungsfokussierten Beratung
Ben Furman

In den letzen dreißig Jahren konnte die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie nicht nur bemerkenswerte Erfolge in der Therapie vermelden, sondern hielt auch verstärkt Einzug in die Unternehmen. Wie sich der Ansatz entwickelt hat und vor allem, welchen zukünftigen Herausforderungen sich die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie insbesondere auf dem Gebiet der Konfliktbewältigung stellen werden muss, schildert Ben Furman in diesem Artikel.
Das Gespräch führte Kirsten Dierolf. (Bestellung des Einzelartikels...)

Theorie und Praxis
Symbole, Rituale und Metaphern erkennen und im Coaching nutzen
Sonja Radatz

Unser Alltagsleben im Beruf ist voll mit Symbolen, Ritualen und Metaphern – und diese können je nach ihrer oft unbewussten Anwendung die Handlungen der Unternehmensmitglieder unterstreichen oder sie in Frage stellen. Wie Symbole, Rituale und Metaphern im Management wirken und dort bewusst genutzt werden können, aber auch wie sie im Coaching gewinnbringend eingesetzt werden können und so dabei unterstützen, effektive Lösungen zu entwickeln, wird von Sonja Radatz in diesem Artikel beleuchtet. (Bestellung des Einzelartikels...)

WISSENSDATENBANK

Lessons Learned
Zwischen Kult und Kultur – oder: Ist „Coaching-Qualität“ sicherungsfähig?
Bernd Schmid

Wie können Menschen, die auf der Suche nach der geeigneten Coaching-Ausbildung sind, sichergehen, dass sie angesichts der großen Zahl an verschiedenen Coaching-Ausrichtungen die für sie passende finden? Können von den Anbietern denn überhaupt die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden – oder findet Lernen und Lernkultur beim einzelnen und in der Gruppe ohnehin immer außerhalb des Beeinflussungs- und Wirkungsradius der Ausbildungsanbieter statt?
Und: Welche Unterschiede bestehen zwischen Lernkultur und einem Lernkult, wie er nicht selten auch bei Coaching-Weiterbildungen von den Teilnehmern geschildert wird (allerdings oft erst, wenn der Prozess bereits in vollem Gange und das Budget maßgeblich erleichtert ist)? Bernd Schmid geht in seinem Artikel auf diese Fragestellungen rund um das Thema „Lernqualität“ ein. (Bestellung des Einzelartikels...)

UNTERNEHMENSPRAXIS

Tools
Lösungsfokussiertes Coaching in der Praxis
Insoo Kim Berg

Was macht ein Coaching-Gespräch zu einem lösungsfokussierten Coaching-Gespräch? Insoo Kim Berg, die gemeinsam mit Steve
de Shazer den lösungsfokussierten Ansatz am Brief Family Therapy Center (BFTC) begründete und seit den 70er Jahren kontinuierlich
weiter entwickelt, schildert in diesem Artikel die Angelpunkte lösungsfokussierten Coachings und stellt anhand eines konkreten
Coaching-Demonstrationsgespräches dar, wie es in der Praxis funktioniert. (Bestellung des Einzelartikels...)

Know How
SolutionSurfing
Peter Szabó und Daniel Meier

SolutionSurfing ist das elegante und zielorientierte Surfen auf einer Lösungswelle: Die Kunst besteht darin, die vorwärtsgerichtete Kraft der Wellen zu nutzen, um gemeinsam dem anvisierten Zielzustand näher zu kommen.
Die in diesem Artikel von Peter Szabó und Daniel Meier angewandte Metapher des Wellenreitens hat sich sowohl in der Arbeit mit Einzelpersonen als auch mit Teams und Organisationen als hilfreich erwiesen. (Bestellung des Einzelartikels...)

Readers Pages
Karriere- und Outplacementberatung aus lösungsfokussierter Sicht
Kirsten Dierolf, Coert Visser und Barbara Steiner


Kirsten Dierolf und Coert Visser haben beide lange in der Karriereberatung und im Outplacement gearbeitet: Kirsten Dierolf als Coach in einem Outplacementprojekt in einer großen Bank, Coert Visser als Berater für einige Unternehmen. Als lösungsorientierte Coaches (nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg) kamen sie unabhängig voneinander zu ähnlichen Beobachtungen und Ansichten darüber, was in der Karriere- und in der Outplacementberatung hilfreich sein kann. In diesem Artikel teilen sie ihre Einsichten in Form von konkreten Praxisbeispielen mit den LeserInnen. Barbara Steiner ergänzt diese Erfahrungen mit den von ihr beschriebenen Grundpfeilen lösungsfokussierter Outplacement-Beratung. (Bestellung des Einzelartikels...)

SERVICE

Bücher-Tipps der LO 19 – Mai/ Juni 2004
rezensiert von Sonja Radatz

Storymanagement
Der narrative Ansatz für Management und Beratung

Storymanagement
Der narrative Ansatz
für Management und Beratung

261 Seiten
Klett-Cotta Verlag

Wer immer jemals an dem Thema Storytelling und dem narrativen Ansatz im Unternehmenskontext interessiert war, findet hier ein umfassendes Kompendium mit tausend Ideen, den Ansatz anzuwenden und Cover Buch umzusetzen: in Führungsbeziehungen, in Organisationsentwicklungen, in Veränderungsprozessen – zusammengefasst in Interventionen jeder Art, die sich im Unternehmen abspielen.
Allerdings liegt diesem Buch kein systemisch-konstruktivistischer Ansatz zugrunde; beziehungsweise werden Michael Loebbert alle möglichen Ansätze und Haltungen genannt, um Storytelling in einen Unternehmenskontext einzubinden. Da ist von Analysen genauso die Rede wie von Einzelinterviews, die dann von einem „Experten“ zusammengeführt werden. Die BeraterInnen spielen in den genannten Ansätzen sehr häufig eine entscheidende inhaltliche Rolle. Wer das Buch aus systemisch-konstruktivistischem Blickwinkel lesen und die vielen wertvollen Anregungen nutzen möchte, muss also noch ein Stück Übersetzungsarbeit leisten und für sich selbst die Instrumente in einen anderen Kontext einbetten, der ihm durchgängig genug erscheint, um mit den angesprochenen Methoden erfolgreich zu sein.

 

Das Unternehmen als dialektisches System
Führung und Kommunikation einmal anders betrachtet

Herbert Wiedemann
Das Unternehmen als dialektisches System
Führung und Kommunikation einmal anders betrachtet
297 Seiten
Rosenberger Fachverlag
ISBN 3-931085-44-9
EUR 37,80

Herbert Wiedemann geht in seinem Buch von der metaphysischen Konzeption Hegels aus, um das Unternehmen als dialektisches System zu analysieren, besser: zwei grundlegende dialektische Bewegungen in Unternehmen zu beschreiben – die Spannung zwischen ökonomischer und sozialer Effektivität und die Dialektik von Stabilität und Dynamik.
Die Synthesen, auf die seine dialektischen Bewegungen abzielen, können natürlich mehr oder weniger stabil oder befriedigend sein – aber sie werden immer von Menschen, die in dieser Dialektik eine jeweils entscheidende Rolle spielen, gestaltet.

Natürlich ist es ein Buch, das fernab systemisch-konstruktivistischer Annahmen geschrieben wurde. Aber interessant erscheinen mir darin dennoch die beschriebenen Interessensgegensätze insbesondere zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, in der Teamarbeit, in Organisationsformen (z.B. Hierarchieausprägungen), in Problemen der Umstrukturierungen und in der Gesprächsführung.
Diese Themen machen das Buch interessant und jedenfalls empfehlenswert. Nehmen Sie sie als Anregung, um sich über die dialektischen Bewegungen in Ihrem Unternehmen oder Team – und mögliche Ansätze zu einer Synthese – fundiert Gedanken zu machen. Das Buch fördert jedenfalls das Infragestellen auf eine doch sehr verständliche Art und Weise – trotzdem es sich von philosophischer Seite dem Thema zuwendet.



 

Für immer Fish!
Wie Sie die Fish®-Philosophie verankern und Ihre Motivation frisch halten

Stephen C. Lundin, Harry Paul und John Christensen
Für immer Fish!
Wie Sie die Fish!®-Philosophie verankern
und Ihre Motivation frisch halten
134 Seiten
Redline bei Ueberreuter
ISBN 3-8323-1013-4
EUR 12,90

Nach den Bestsellern „Fish!“ und „Noch mehr Fish!“ ist dies bereits das dritte Buch, das in gewohnter Manier der Autoren auf ganz einfache Art und Weise gelungene, lösungsfokussierte Methoden in der Organisation einführt – diesmal zum Thema „Schaffung und Erhaltung einer Unternehmens- bzw. Teamvision und positiver Veränderungen“ in einer Station eines Krankenhauses.
Unter dem Motto „Auf geht´s – Zeit zum Loslegen!“ wird das heikle Thema Veränderung einmal unter einem ganz anderen Gesichtspunkt betrachtet als in den meisten Unternehmen, in denen „Change“ im besten Fall wie eine schwarze Wolke über den Büros der Betroffenen hängt: Hier wird es als das „Sahnehäubchen auf unserem Leben“ beschrieben – und entsprechend leicht wirken auch die auf unterhaltsame Art und Weise vorgestellten Methoden und Anleitungen. Wieder einmal ein Buch der Praxis, kurz und knapp geschrieben, dessen Haltung Durchgängigkeit beweist und das die LeserInnen von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Lösungsfokussierung entlässt – aber auch nicht aus der Verantwortung, dass Veränderung nicht eine Sache der Leitenden ist, deren Entscheidungen und Vorgehensweise alle Betroffenen geduldig erwarten müssen, sondern dass sie von jedem aktiv in die Hand genommen werden muss. Aber nicht nur um die erfolgreiche Initiierung von Veränderungen geht es in diesem Buch – sondern auch darum, wie diese im Unternehmen nachhaltig gelebt werden können.

 

Twin Star – Lösungen vom anderen Stern
Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Zwilling des Erfolgs

Ben Furman und Tapani Ahola
Twin Star – Lösungen von einem anderen Stern
Zufriedenheit am Arbeitsplatz als Zwilling des Erfolgs
141 Seiten
Carl Auer Systeme Verlag
ISBN 3-89670-440-0
EUR 14,90

Natürlich kennen Sie bereits alles, was in diesem Buch geschrieben steht. Und es ist ja bei Gott nichts Neues. Nur – warum haben Sie es dann immer noch nicht umgesetzt? Nach dem Konzept des reteaming beschreibt Ben Furman in diesem Buch wie immer in simplen, persönlich ansprechenden Worten etwas, was uns im Unternehmen – in der Führungskraft-Mitarbeiterbeziehung wie auch in unserer Kollegenbeziehung – nicht leicht fällt: Kritik, Kränkungen und Rückschläge anzunehmen bzw. ganz zu vermeiden und an deren Stelle Freude, Anteilnahme und Wertschätzung als Quellen des Erfolgs treten zu lassen.
Er geht dabei davon aus, dass von einem guten Arbeitsklima nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen in seiner Produktivität insgesamt profitiert und dass der Schlüssel zum Erfolg letztendlich in der Beziehung der Menschen am Arbeitsplatz zueinander und nach außen liegt. Konkrete Beispiele bringen Anregungen für eine optimale Kommunikation auf den Punkt und erlauben den LeserInnen, das Konzept auf ihre eigene Situation zu übertragen.
Am Ende des Buches wird darüber hinaus auch noch kurz eine Verbindung zwischen Twin Star und reteaming angesprochen – insbesondere, wie ausgehend von einem der Zacken des Twin Stars (Wertschätzung – Anteilnahme – Spaß – Erfolg anstatt Kritik – Probleme – Kränkungen – Rückschläge) ein reteaming-Prozess in einem größeren Kontext initiiert und umgesetzt werden kann.

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