|
COVER STORY
Cover (Nr.
18/ 2004)
Mit ChangeTheater Veränderungsprozesse
gestalten
Dieter Papke und Markus Berg
Wie können kulturelle Veränderungsprozesse
in Organisationen mit ChangeTheater unterstützt werden? Und
was ist ChangeTheater überhaupt? Dieter Papke und Markus Berg
analysieren in diesem Artikel das ChangeTheater unter dem Mikroskop:
Welche Techniken setzt das ChangeTheater ein? Wie fördert es
damit die authentische Kommunikation unter den Beteiligten, die
in vielen anderen Methoden auch angestrebt wird? Welche Spuren aus
anderen Konzepten finden sich in dieser weiterentwickelten Form
des Unternehmenstheaters? Welche Verbindungen liefert es zur Selbstorganisation
lebender Systeme (Autopoiesis) und zum Konstruktivismus? Und wie
kann ChangeTheater in Veränderungs- oder Kulturentwicklungsprozessen
– durch Verknüpfung mit Großgruppenverfahren –
erfolgreich eingesetzt werden?
Eine Einladung zu einer praxisbezogenen Entdeckungsreise mit vielen
plastischen Einblicken und Anregungen, die Lust auf Mehr machen
FORSCHUNG UND ERGEBNISSE
Forschung unter
der Lupe
Metaphern in Unternehmensführung
und Beratung nutzen
Julius Mack
Metaphern sind ein unverzichtbarer Teil unserer
Sprache und damit unseres Lebens – und sie liefern unmittelbar
Ansatzpunkte für die Veränderung von Sicht- und Verhaltensweisen.
Gerade die in Unternehmen oft verwendeten kämpferischen Metaphern
stehen in engem Zusammenhang mit dem, was wir in diesen Unternehmen
nur zu oft erleben. Die Verwendung anderer Metaphern schärft
dagegen unseren Blick für Handlungsalternativen – und
für andere Sichtweisen im Unternehmen
Theorie und Praxis
Der rezeptfreie Raum – Lösungen
in komplexen Situationen
Christof Schmitz und Marlies Lenglachner
Angesichts der Komplexität und der Dynamik
von Veränderungsprozessen ist der Wunsch nach Rezepten oder
handfesten Tools zutiefst verständlich. Der Beratermarkt versucht
diesen Wunsch zu bedienen und liefert Rezepte um Rezepte –
wenn auch mit begrenztem Erfolg. Nicht umsonst spricht man immer
noch von Scheiterquoten bis zu 70% bei Change-Projekten.
In diesem Artikel ziehen Christof Schmitz und Marlies Lenglachner
die Möglichkeit in Erwägung, dass gerade die Rezepte jene
Therapie darstellen, die zur Krankheit führt: Schließlich
gibt es Situationen, denen mit Rezepten nicht beizukommen ist; wie
etwa komplexe Prozesse, in denen es um genuin Neues geht. Solche
Situationen katapultieren Beteiligten in einem „rezeptfreien
Raum“, der in den vergangenen Jahren immer häufiger angetroffen
wird
Best of Theoretical
Works
Das Top Management in systemischen
Strategieprozessen
Reinhard Altenburger
Das Top-Management befindet sich in vielen Unternehmen
in einem Spannungsfeld zwischen zunehmender Verantwortung und den
verstärkt bewusst gewordenen Grenzen der Steuerbarkeit angesichts
von Informationsflut und der Konfrontation mit Mehrdeutigkeiten
und Widersprüchen innerhalb der Organisation, aber auch in
der Umwelt. Dazu kommt, dass sich die Entscheidungen und die Funktion
des Top-Managements zunehmend einer kritischen Betrachtung z.B.
seitens des Kapitalmarktes, der Aufsichtsgremien, von Umwelt- und
Konsumentenschutzorganisationen und des Mittelmanagements gegenüber
sehen. Angesichts dieser Herausforderungen wird deutlich, dass „traditionelle“
Formen der Strategieentwicklung oft nicht ausreichen oder schlicht
nicht mehr passen. Die Suche nach passenden Formen bei der Entwicklung
strategischer Optionen und der Umsetzung von Strategien anstelle
der Anlehnung an aktuelle Modetrends rücken in den Vordergrund
SERIE
Serie
(Nr. 18/ 2004)
Auf dem Weg zu einer Verantwortungskultur
im Unternehmen
Bernd Schmid und Arnold Messmer
Verantwortung in der Führungskraft-Mitarbeiterbeziehung
und – auf organisationaler Ebene – als Verantwortungskultur
– spielen in Zeiten gesteigerter Komplexität und Unüberschaubarkeit
eine zentrale Rolle. Oft wird jedoch „Verantwortung“
im Unternehmen ganz einfach vorausgesetzt und daher nur zu selten
bewusst auf die Sinnhaftigkeit deren Richtung und Ausmaß geprüft
bzw. in eine bestimmte Richtung gefördert.
Hier setzt der Artikel von Bernd Schmid und Arnold Messmer an: Er
fördert die Auseinandersetzung mit einer als „passend“
erlebten Verantwortungskultur und liefert Ansatzpunkte für
deren Erreichung
UNTERNEHMENSPRAXIS
Tools
Role Modelling: Reflexion der eigenen
(Führungs-) Rolle in einem komplexen Umfeld
Sonja Radatz
Wir alle spielen in unserem beruflichen Umfeld
eine bestimmte Rolle – oder sogar gleichzeitig mehrere Rollen.
Eine bewusste Auseinandersetzung mit dieser Rolle, mit den wahrgenommenen
Handlungsalternativen und mit der Weiterentwicklung der eigenen
Rolle findet jedoch viel zu selten statt – umso weniger, je
weiter wir auf der Karriereleiter nach oben klettern. Sonja Radatz
schildert in ihrem Artikel, wie wir selbst unser Role Modelling
bewusst in die Hand nehmen können, um reflektierter vorzugehen
und den im Alltag fehlenden Austausch auch auf den höheren
Führungsebenen auszugleichen
Know
How
Die Theatermetapher in der Praxis
Bernd Schmid
Warum scheitern mehr als die Hälfte aller
Innovationen? Warum werden Veränderungen beschlossen und verkündet,
gehen aber nicht in den Regelvollzug der Organisationen über?
Warum verlaufen so viele Projekte der Neuorientierung im Sande oder
können nur mühsam und unter viel Aufwand an Energie am
Leben erhalten werden?
Unser bisheriges Wissen über notwendige Voraussetzungen, hilfreiche
Rahmenbedingungen und unabdingbare Aufwendungen für die Sicherung
des Erfolgs von Innovationen scheinen noch nicht ausreichend zu
sein. Umso wichtiger erscheint es dabei, Kulturwissen zu sammeln,
um Innovationen nachhaltig zur Wirklichkeit werden zu lassen. Die
in diesem Artikel beschriebene Anwendung der Theatermetapher in
der Praxis kann dazu einen Beitrag leisten. Teile des Artikels gehen
zurück auf die Artikel von Schmid und Hipp (1997) und von Schmid
und Wengel (2001)
Bücher-Tipps
rezensiert von Sonja Radatz
Gerds, J. und Schewe, G.:
Post Merger Integration
Unternehmenserfolg durch Integration Excellence |
|
|
204 Seiten
Springer Verlag
ISBN 3-540-20140-8
EUR 44,95
|
|
Wir
stecken (immer noch) mitten in einem Merger-Hype –
und jährlich fusionieren mehr als 3.000 Unternehmen
im deutschsprachigen Raum. Viele Mythen kreisen dabei
um den Merger-Prozess: „Je schneller, desto besser!“
lautet einer davon; oder „Wir kommunizieren die
Fusion erst, wenn alles fertig ist!“ ein anderer.
In diesem Buch setzen sich die Autoren mit den am häufigsten
angetroffenen Binsenweisheiten gezielt auseinander –
und
entlarven diese anhand des Erfolgs bzw. Misserfolgs vieler
Fusionen. Insgesamt 120 Unternehmen wurden für das
Buch nach 45 Kriterien untersucht, die den betroffenen
Leitenden vorrangig wichtig für die Erfolgswirksamkeit
der Fusion waren. Natürlich lässt sich von 120
Unternehmen niemals auf das eigene Unternehmen schließen,
in dem eine Fusion bevorsteht; aber allein das Infragestellen
bisheriger „Gesetze“ ermöglicht den Leitenden
wie den Leidenden in Fusionsunternehmen, über ihr
bisheriges bzw. zukünftiges Vorgehen nachzudenken
und vielleicht zu neuen Schlüssen zu kommen; oder
zumindest ihr Vorgehen bewusster zu gestalten.
Dieses Buch zeigt also grundsätzlich neue Vorzeichen
auf, unter denen Fusionen nachhaltig anders begonnen werden
können. doesn´t work, do something different“.
|
|
Tietze,
K.-0.:
Kollegiale Beratung
Problemlösungen gemeinsam entwickeln
|
|
247
Seiten
rororo Verlag
ISBN 3-499-61544-4
EUR 8,90
|
|
Aufbauend
auf Friedemann Schulz von Thuns Buchreihe „Miteinander
Reden 1 – 3“ stellt der Autor hier Methoden
vor, die eine Gruppe wählen kann, um ein spezifisches
Problem eines Gruppenteilnehmers zu bearbeiten. Das
Buch richtet sich daher an Projektleiter, Supervisoren,
Teamcoaches und Führungskräfte, die an der
Praxisqualifizierung von Systemmitgliedern arbeiten
wollen.
„Kollegiale Beratung“ versteht sich dabei
als Methodik, die in Gruppen ohne einen professionellen
Berater stattfindet, aber dennoch über einen festen
Ablauf verfügt und alle Teilnehmer aktiv an der
Beratung beteiligt. Darin werden jeweils Lösungen
für berufliche Praxisprobleme erarbeitet, die allen
Teilnehmern gleichzeitig als Best Practices dienen können.
Das Buch folgt nicht explizit einer bestimmten Haltung;
aber es enthält viele Methodiken und Instrumente,
die durchaus aus einer systemisch-konstruktivistischen
Perspektive heraus angewendet werden können und
vor allem unter der Perspektive des Wissensmanagements
angewandt werden können, um Wissen zu teilen.
Ein reicher Fundus für Methodeninteressierte, aber
auch für Verantwortliche, die kollegiale Beratung
als Methode an sich in ihrem Team einführen wollen.
|
|
Osmetz, D.:
Arbeit am Problem der Arbeit |
|
|
290 Seiten
Gellius academy Verlag
ISBN 3-936179-12-3
EUR 39,--
|
|
Eine
systemtheoretische Beobachtung für Management und
Organisation
Wir beschäftigen uns jeden Tag (mehr) mit dem Thema
Arbeit; nämlich vorrangig damit, ob wir morgen noch
Arbeit haben werden, wie schrecklich es ist, keine Arbeit
zu haben, und wie um alles in der Welt jene Arbeitsplätze
beschafft werden sollen, die ganz offensichtlich in allen
europäischen Ländern ständig fehlen.
Dirk Osmetz setzt sich dagegen auf ganz besondere, gleichsam
dissoziierte Weise mit diesem Thema auseinander: Er betrachtet
es aus systemisch-konstruktivistischer Sicht – sehr
gründlich und mit einem spezifischen Blick auf die
Rolle der Führungskräfte und Manager im Unternehmen:
Denn er kommt (unter anderem) zum Schluss, dass sich die
Arbeit dem kausalen Einfluss der Politik entzieht, die
Politik also keinen direkten Zugriff auf die Arbeit hat.
Der Autor befindet rasch, dass die bekannte Form der Arbeit,
beobachtet als eine „spezifisch menschliche, Werte
schaffende und schöpferische, bewusst geplante, ziel-
und zweckorientierte, Fortschritt tragende Aktivität“
nicht mehr aufrecht erhalten werden kann – und überlässt
es nach einer Betrachtung einer neuen Definition von Arbeit
aus verschiedenen Perspektiven bewusst dem Leser, seine
eigenen Schlüsse daraus zu ziehen – und Handlungen
zu setzen.
Ein sicherlich einzigartiges Buch, das die Konfrontation
mit den herrschenden Paradigmen nicht scheut, sondern
geradezu sucht.
|
|
Frei, H.:
Fabel-haftes Coaching
|
|
215 Seiten
Gerling Akademie Verlag
ISBN 3-932425-56-1
EUR 22,50
|
|
Der Titel
dieses Buches ist ein wenig irreführend und aus meiner
Sicht unglücklich gewählt: Denn es geht darin
nicht um Coaching, sondern vielmehr um Selbstcoaching;
um die Arbeit an der persönlichen Selbstkompetenz
und Sozialkompetenz. Das Buch lädt insbesondere Führungskräfte,
die im Alltag wenig Zeit und Muße zur Selbstreflexion
haben, ein, verschiedene Tiere mit ihren jeweiligen Eigenarten
zu erleben – und daraus Schlüsse für die
eigene Weiterentwicklung zu ziehen. All diesen Tieren
ist gemein, dass sie nach einer erfüllten Zukunft
und nach Wohlbefinden streben; dass sie nicht nur überleben,
sondern auch leben wollen. So erfährt der Leser in
unterhaltsamen Geschichten über den Goldfisch Justus,
einen überlasteten Packesel, einen Papagei und seinem
Affen, einen Hahn auf dem Mist, über eine Schnecke
und über einen Spatz, wie er sich seiner selbst neu
bewusst wird.
Nach jeder Fabel wird die Geschichte vor dem Hintergrund
des Führungsalltags reflektiert. Dabei geht es um
Themen wie die Entwicklung einer Zukunftsvision, die Erstellung
von Aktionsplänen, die eigene Standortbestimmung,
die schriftliche Erarbeitung von Lebensgrundsätzen,
die Nutzung der Kraft der Gefühle, den Zugang zu
den eigenen Emotionen und viele andere Themen, über
die man sonst nicht spricht – die aber im Führungsalltag
(leider viel zu häufig unreflektiert) zum Vorschein
kommen. |
|
zurück
|