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COVER STORY
Cover
(Nr. 16/ 2003)
Speed – oder: Die Kunst der Entschleunigung
Wolfgang Winter
Täglich freuen wir uns über
die Segnungen moderner Mobilität & Kommunikation als Motoren
für Wachstum und Fortschritt und über ihre Möglichkeiten
zur Beschleunigung unseres Alltages. Wer von uns ist nicht ständig
auf der Suche nach noch mehr Effizienz und Geschwindigkeit? Aber
hatten Sie niemals das Gefühl, dass mit Ihrem Leben auf der
Überholspur etwas nicht stimmen könnte?
Gerade für diejenigen, die sich für die Pacemaker halten,
ist es eine besondere Gratwanderung zwischen Timing und Tempo –
und wie schnell fallen da mal die Räder ab. Vielleicht hilft
ein Blick auf Wolfgang Winters „unreflektierte Konzepte von
Geschwindigkeit und Zeit“: Es wird Zeit, über Zeit nachzudenken!
FORSCHUNG UND ERGEBNISSE
Reflection Pieces
(Nr. 16/ 2003)
Subjektive Bedeutungskonstruktion und
deren Folgen für unser (Berufs-) Leben
Georg Ivanovas
Wie schön wäre es, wenn wir tatsächlich
objektive Bewertungen vornehmen können – Entscheidungen,
die aus jeder beliebigen Sicht hieb – und stichfest sind und
jedenfalls gelten. Mit dieser Idee macht Georg Ivanovas in seinem
Artikel über das Spencer Brownsche logische Kalkül eindeutig
Schluss; aber nicht nur das: Er verweist auch darauf, dass es sogar
gefährlich sein kann, enge Kriterien für eine Betrachtung
zu wählen – denn dann können wesentliche Teile eines
Prozesses nicht beobachtet werden, und es kann zu „Fehlentscheidungen“
kommen.
Forschung unter
der Lupe (Nr. 16/ 2003)
Über emotionale und metakommunikative
Aspekte beim virtuellen Lernen
Frank Thissen
Die Konzeption und Gestaltung von virtuellen
Lernumgebungen zielt normalerweise auf die Präsentation und
Vernetzung von multimedialen Inhalten ab, angereichert durch Angebote
zur Kommunikation, Kollaboration und tutoriellen Unterstützung.
Emotionale Faktoren werden hierbei nur marginal berücksichtigt
und allenfalls unter motivatorischen Aspekten betrachtet.
In diesem Artikel soll die fundamentale Bedeutung von Emotionen
in Lernsituationen aufgezeigt und das Interface virtueller Lernumgebungen
als wichtiger Faktor für das Gelingen von Lehrveranstaltungen
berücksichtigt werden.
Special Comment
(Nr. 16/ 2003)
Über konstruktivistische Ethik
und Interventionen in Therapie und Beratung
Paul Watzlawick und Monika Bröcker
Was können wir unter einer konstruktivistischen
Ethik verstehen? Welche potentiellen Auswirkungen hat sie auf unsere
Art zu denken und die Wirklichkeit wahrzunehmen? Diese Kernfragen
bilden den Ausgangspunkt der Gespräche, die Monika Bröcker
am 26. März 1998 und Anfang 2002 mit Paul Watzlawick in Palo
Alto (Kalifornien) geführt hat und aus denen hier Auszüge
dargestellt werden.
Im Zentrum der Diskussion steht die Beschreibung spezifischer Interventionen
in Therapie und Organisationsberatung, die nicht primär darauf
abzielt, die Dinge zu verändern, sondern sie auf eine andere
Art zu betrachten und anders mit ihnen umzugehen.
Theorie und Praxis
(Nr. 16/ 2003)
Die unvorhersehbare Zukunft erfolgreich
bewältigen
Margaret Wheatley
Immer noch träumen viele von uns –
auf Mitarbeiter-, aber auch auf der Führungs- und sogar auf
der Leitungsebene – davon, die Zukunft vorhersagen und steuern
zu können; sie planbar zu machen. Allein, die Realität,
die wir täglich erleben, zerstört jede Hoffnung darauf,
die Zukunft in irgendeiner Form jemals wieder in den Griff zu bekommen.
Anstatt die Planungsabteilungen immer vehementer damit zu quälen,
in immer kürzeren Abständen nicht eintreffende Voraussagen
zu machen, könnten wir uns auch an den Gedanken gewöhnen,
mit dieser Unsicherheit umzugehen. Das Interessante daran ist: Auch
wenn wir nicht wissen, was morgen auf uns zukommt, können wir
uns dennoch sehr gut darauf vorbereiten. Wie, stellt Margaret Wheatley
in ihrem Artikel dar, der kürzlich auch im Buch „Human
Resources in the 21st Century“ (Hewitt Corporation) publiziert
wurde.
SERIE
Serie
(Nr. 16/ 2003)
Die Optimierung der Passung zwischen
Unternehmen und Mensch
Bernd Schmid und Arnold Messmer
Ohne Menschen kein Unternehmen – und ohne
Unternehmen kein Arbeitsplatz. Dies wird gerade in Zeiten steigenden
Drucks, schnelleren Wandels und höheren Anforderungen deutlich:
Es geht nicht darum, wer gewinnt, sondern wie ein funktionierendes
Zusammenspiel im Dienste gemeinsamer Ziele aussehen kann. Und um
dieses zu erreichen, bedarf es bestimmter Anforderungen an die Organisation
und ihre Kernprozesse, aber auch an die Personen und ihre Kernkompetenzen.
Wie diesen Anforderungen begegnet werden kann und darüber hinaus
sowohl eine Dialogkultur der Passung als auch HR-Dienstleistungen
im Passungsprozess entwickelt werden können, schildert der
Artikel von Bernd Schmid und Arnold Messmer.
WISSENSDATENBANK
Business
Trends (Nr. 16/ 2003)
Über die Relativität des
Zeitbegriffs
Zeit ist für uns oftmals etwas Absolutes;
etwas das wir im Unternehmen „noch haben“ oder „nicht
mehr haben“. Wollen wir diese Sichtweise verändern, so
müssen wir jene Rahmenbedingungen näher betrachten, unter
denen wir diese Entscheidungen treffen.
Langsamkeit, Beschleunigung oder ein bestimmtes Tempo entsteht so
aufgrund eines subjektiven Blickwinkels, den wir einnehmen –
und könnte sich verändern, wenn wir die Paradigmen unserer
Betrachtung wechseln.
UNTERNEHMENSPRAXIS
Tools
(Nr. 16/ 2003)
Strategische Kerngruppen – Der
dynamische Faktor in Unternehmen
Art Kleiner
Traditionell gehen wir immer noch davon aus,
dass der Vorstand und ein halbes Dutzend Leitende unmittelbar unter
ihnen das Unternehmen führen. Aber der Unternehmensalltag lehrt
uns etwas anderes. Jedes Unternehmen besteht aus einer Hierarchie,
die nicht auf formeller Macht, sondern auf informeller Legitimation
fußt. Diese kann sich durchaus vom offiziellen Organigramm
unterscheiden und umfasst stets jene Menschen, die tatsächlich
für den Erfolg bzw. Misserfolg des Unternehmens verantwortlich
sind – ob sie sie sich nun dessen bewusst sind oder nicht.
Art Kleiner fasst diese Menschen unter dem Begriff „Kerngruppe“
zusammen und zeigt in seinem Artikel auf, wie diese Kerngruppe die
Dynamik des Unternehmens beherrscht – aber auch, wie sie von
unterschiedlichen Hierarchieebenen im Unternehmen aus nachhaltig
beeinflusst werden kann.
Know
How (Nr. 16/ 2003)
Management by Constellations –
beschleunigte Lösungsfindung in komplexen Situationen
Michael Rinke
Management by Constellations ist ein hochwirksames
Management-Instrument. Es lassen sich damit unterschiedliche Fragestellungen
bearbeiten; wie etwa: Wie können Investitionen in Beteiligungen
und begleitende Umstrukturierungsmaßnahmen managementseitig
abgesichert werden? Welche Probleme können auftreten, wenn
Geschäftsführer oder Führungskräfte aus der
Linie, plötzlich im Rahmen eines Management Buy-outs mit unternehmerischen
Aufgaben konfrontiert werden? Welche Maßnahmen sind zielführend
für Ihre spezielle Situation? Die Effizienz der Methode ist
darüber hinaus durch eine Fülle erfolgreicher Lösungen
für MBO-Teams, in der Projektarbeit und z.B. auch für
die individuelle Gestaltung von Anreizsystemen gut belegt.
Seminar
Review (Nr. 16/ 2003)
Zukunft hervorbringen – Die Anwendung
von Dialog in Organisationen
Christine Amon
Wir kommunizieren den ganzen Tag – aber
nicht selten geht es uns dabei darum, unsere Meinung zu verteidigen,
andere zu überzeugen und zu überreden und sie für
uns zu gewinnen – oder zumindest am Schluss in irgend einer
Form selbst zu gewinnen. Die von David Bohm entwickelte Dialogform
für Gruppen bildet hier eine zunächst vielleicht etwas
ungewohnte, aber dennoch sehr effektive Alternative.
Über die Wirkung und Einsetzbarkeit der Dialogform in der Praxis
konnte sich Christine Amon bei einem Seminar über Dialog, veranstaltet
von Mandl, Lüthi & Partner ein gutes Bild machen und intensiv
in diese Methodik eintauchen. Ein Erfahrungsbericht mit der Reflexion
über die Renaissance einer kultivierten Gesprächsform,
über Rahmenbedingungen für den Dialog sowie Anwendungsmöglichkeiten
aus Sicht der systemischen Arbeit in und mit Teams und Organisationen.
SERVICE
Bücher-Tipps
(Nr. 16/ 2003)
rezensiert von Sonja Radatz
• Landau, D.: Unternehmenskultur
und Organisationsberatung (Carl-Auer-Systeme Verlag)
• Daimler, R.; Sparrer, I.; Varga
von Kibéd, M.: Das unsichtbare Netz (Kösel Verlag)
• Maywald, F.: Eulenspiegeleien
für Manager (Gerling Akademie Verlag)
• Unger, F.: Kritik des Konstruktivismus
(Carl-Auer-Systeme Verlag)
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