LO 15 - September/Oktober 2003

 

Cover

Reflection Pieces
Forschung unter der Lupe
Special Comment
Theorie & Praxis
Serie
Best Practices
Business Trends
Know How
Readers´ Pages
Bücher-Tipps



COVER STORY

Cover (Nr. 15/ 2003)
Systemisches Coaching als Führungskraft
Sonja Radatz

Können Führungskräfte überhaupt coachen? In der letzten Zeit wird dies – vor allem von externen Coaches – immer wieder angezweifelt. Abgesehen davon, dass es vielleicht zu Umsatzeinbußen bei den externen Coaches führt: Es fehle den Führungskräften an „Objektivität“ und „Unvoreingenommenheit“ – so heißt es. Bleibt man bei den traditionellen Denkmustern, so mag dieser Meinung durchaus etwas abzugewinnen sein. Gehen wir allerdings davon aus, dass es niemanden – weder eine Führungskraft noch einen externen Coach – gibt, der „objektiv“ und „unvoreingenommen“ ein Coaching durchführt, dann stehen wir vor einer neuen Situation: Coaching wird dann zu einem zukunftsorientierten, erfolgversprechenden Werkzeug – g e r a d e für Führungskräfte. Warum sie zu dieser Erkenntnis kommt, welche Voraussetzungen bei der Haltung der Führungskraft erforderlich sind, damit systemisches Coaching den gewünschten Erfolg bringt und wie dieses als Führungskraft professionell gestaltet werden kann, schildert Sonja Radatz in diesem Artikel.

FORSCHUNG UND ERGEBNISSE

Reflection Pieces (Nr. 15/ 2003)
Die Bedeutung der Bedeutungskonstruktion für unser (Arbeits-)Leben
Georg Ivanovas

„Nicht was du sagst, ist´s was dich ehrt, sondern wie du´s sagst, bestimmt den Wert.“ Was wir früher in unseren Poesiealben lesen konnten, bestimmt im Prinzip unser ganzes Leben – oft ohne dass wir es weiter bemerken. Gehen wir von der Kommunikationstheorie Batesons und Watzlawicks aus, so gerät unsere heile Welt der sachlichen Information und der eindeutigen Statistiken ganz schön ins Wanken.
Georg Ivanovas wirft in seinen Reflection Pieces einen kecken Blick auf die Bedeutungskonstruktion und die Kreise, welche diese auch in unseren Unternehmen zu ziehen vermag.

Forschung unter der Lupe (Nr. 15/ 2003)
Gegenwart und Zukunft der Beratung
Bernd Schmid

Die Markteinbrüche in der Beratung und Weiterbildung werden jeden Tag in den Zeitungen breitgetreten – und die Zeichen stehen hier durchaus auf „Sturm“. Allerdings – wenn der Wind weht, können wir uns entweder zurückziehen; oder wir stellen Windmühlen auf: Es könnte nämlich sein, dass sich das, was hinter dem Begriff der Beratung steht, und die Bereiche, in denen Beratung heute und morgen aus Sicht der Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann, in der Zwischenzeit merklich geändert haben, ohne dass es uns weiter aufgefallen ist. Bernd Schmid macht in diesem Artikel eine kritische Nahaufnahme der Veränderung der Unternehmensbedürfnisse aus seiner Sicht – und gibt Anregungen zur Veränderung bei den Veränderern und deren Angeboten.
Der Artikel wurde aus seiner Rede anlässlich des Symposions „Am Markt bestehen – vor sich selbst bestehen! Erfolgsfaktoren in heutigen Zeiten“ des Instituts für systemische Beratung Wiesloch transkribiert, die er im April 2003 hielt.

Special Comment (Nr. 15/ 2003)
Neue Strategien für die Strategieentwicklung
Christine Amon

Gehört Strategieentwicklung als Entscheidungsmonopol ausschließlich in die Hände des obersten Managements oder gibt es noch andere, eventuell alternative Formen des Entscheidungsprozesse für die gemeinsame Zukunftsgestaltung eines Unternehmens? Oder einfach formuliert: Wem gehört die gemeinsame Zukunft im Unternehmen?
In diesem Artikel beleuchtet Christine Amon die Zwickmühle, in der sich die Leitenden heute befinden – zwischen der alleinigen Verantwortung für die Strategiegestaltung und der erlebten Regungslosigkeit der Organisation in der Umsetzung – und bietet Alternativen an, welche die Leitenden aus dieser misslichen Lage befreien können.

Theorie und Praxis (Nr. 15/ 2003)
Mit Semantic Mapping effektive (Organisations-)Veränderungen gestalten
Alexander Schieffer und Angel Rodriguez Muñoz

Jedes Individuum interpretiert die Wirklichkeit anders. Diese Differenzen sind das Ergebnis von unterschiedlichen Erfahrungen, Sozialisation, kulturellem Hintergrund etc. Sie manifestieren sich in den Begriffen, die zur Beschreibung von Wirklichkeit verwendet werden und in den Bedeutungsräumen (Semantik), die hinter diesen Begriffen liegen.
Semantic Mapping verwendet semantische Landkarten, um die Deutungsräume der Akteure innerhalb einer Organisation sichtbar zu machen. Diese Landkarten dienen als Grundlage für die Entwicklung einer gemeinsamen Landkarte für die Gesamtorganisation und schaffen die Voraussetzung für gemeinsames Handeln.
Wie Semantic Mapping eingesetzt werden kann, um ein gemeinsames Handeln aller Akteure zu erreichen, wird von Alexander Schieffer und Angel Rodriguez Muñoz in diesem Artikel beschrieben und anhand eines konkreten Falls demonstriert.

SERIE

Serie (Nr. 15/ 2003)
Dialogische Kommunikation – die Ausbalancierung von Sach- und Beziehungsorientierung im Unternehmen
Bernd Schmid und Arnold Messmer

Bei der Gestaltung von Innovationsprozessen in Organisationen besteht ein zentrales Spannungsfeld zwischen absichtsvoller Konstruktion (Strukturen, Prozesse, Systeme etc.) und oft unbewusst wirksamen Kräften der Selbstorganisation. Die Kunst besteht darin, diese Kräfte auszubalancieren und zu integrieren – und damit auch maßgeblich zur Kulturentwicklung im Unternehmen beizutragen.
In diesem Artikel suchen Bernd Schmid und Arnold Messmer genau auf diese Herausforderung der Ausbalancierung eine Antwort – und finden sie vor allem in ritualisierten vs. moderierten Dialogformen, die sie auch auf die Kulturentwicklung im Unternehmen anwenden.

WISSENSDATENBANk

Best Practices (Nr. 15/ 2003)
Herausforderungen annehmen – ein neues Teamverständnis entwickeln

Teamarbeit gibt es seit vielen Jahren – aber meist sind Teams in traditionelle Hierarchien eingegliedert und auf diese Weise oft den Herausforderungen von morgen nicht mehr gewachsen. Teams von morgen bedürfen einer hohen Flexibilität; sie befinden sich idealer Weise in einem unablässigen Fluss des Lernens und schaffen es in hohem Maße, mit den ständig sich verändernden Rahmenbedingungen gut zurecht zu kommen.
Wie dies in der Praxis erreicht werden kann, schildern hier zwei Führungskräfte, die die Herausforderung angenommen haben und nun die Früchte des Erfolgs ernten – gleichzeitig aber wissen, dass die Weiterentwicklung des eigenen Teams eine „never ending story“ ist.

Business Trends (Nr. 15/ 2003)
Die Coaching-Haltung in der Führung

Coaching kann ausschließlich als Werkzeug betrachtet werden – und aus jeder Haltung heraus angewendet werden – oder es wird als Haltung gesehen, die ein verändertes Verhalten in bezug auf die Mitarbeiter mit sich bringt. Die Coaching-Haltung erfordert ein Umdenken von Seiten der Führungskraft; und sie erfordert mit Sicherheit viel Geduld.
Aber sie kann täglich in vielen Ausprägungen und immer wieder aufs Neue praktiziert werden; mit Aussicht auf langfristigen Erfolg für beide Seiten.

UNTERNEHMENSPRAXIS

Know How (Nr. 15/ 2003)
Das Familienmodell: Chancen und Risiken für Unternehmen
Frank E.P. Dievernich

Es ist beliebt, das Familienmodell als Beschreibungsvorlage für Unternehmen zu verwenden. Gegenwärtig hat es wieder Hochkonjunktur. Das zeigten auch die Anfang April abgehaltenen „Benediktbeuern Management-Gespräche“, bei denen Vertreter des Top-Managements von Profit- und Non-Profit-Organisationen vertreten waren. Was macht den Charme des Familienmodells aus? Wie kommt es dazu, dass Unternehmen wie die Siemens AG, die Deutsche Bahn AG, die Lindenmaier AG, Lodenfrey sowie der Caritasverband, um nur einige zu nennen, sich mit diesem Thema auseinandersetzen?

Readers´ Pages (Nr. 15/ 2003)
Blinde Flecken im Customer Relationship Management
Manuela Thurm und Karl Georg Leutschaft

Kundenbeziehungsmanagement (CRM) ist derzeit ein prominentes Thema. Allein die Wichtigkeit von Kundenbeziehungen zu betonen hat keinen Neuigkeitswert. Die Konjunktur dieses Themas verdankt sich jedoch der Suggestion, dass ein bisher höchst unsicheres Phänomen nunmehr mittels neuer Informationstechnologien steuerbar wäre. Durch Zählen, Messen und Wiegen – das scheinbare Paradigma des Beziehungsmanagements – soll das Unternehmen etwas über seine Kunden lernen. Dieses Paradigma reflektieren die Autoren von einem radikal-konstruktivistischen Standpunkt aus und werfen anschließend neue und weiterführende Fragen auf.

SERVICE

Bücher-Tipps (Nr. 15/ 2003)
rezensiert von Sonja Radatz

• Kasper, H.; Scheer, P.J.:
Managen und Lieben (Redline Wirtschaft Ueberreuter)

• Mahr, A.:
Konfliktfelder – Wissende Felder (Carl-Auer-Systeme Verlag)

• Mayer, B.M.:
Systemische Managementtrainings (Carl-Auer-Systeme Verlag)

• Maywald, F.:
Phantasie im Management (Gerling Akademie Verlag)

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