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COVER STORY
Cover (Nr. 14/
2003)
Beiträge zu einer nichtlinearen
Wissenstheorie
André Zimpel
Wie und wo wächst Wissen? Wie bewegt sich
Wissen zwischen der Innen- und Außenperspektive? Welche Chancen
eröffnen Wissensgesellschaft und Informationszeitalter? Ontologisch
nicht entscheidbare Fragen verlangen einen ontogenetischen Blickwinkel:
Teilen mindestens zwei Menschen ein Aufmerksamkeitsfeld, erscheint
die Schnittmenge als Wissen von der Welt.
In diesem Artikel stellt André Frank Zimpel eine vergleichende
Gegenüberstellung zum Wissensbegriff aus kybernetischen, historischen,
philosophischen, neurologischen und rehabilitationswissenschaftlichen
Überlegungen zusammen. Die Gegenüberstellung kann so als
Kompass im Dickicht immer dichter werdender Nachrichtennetze verwendet
werden.
FORSCHUNG UND ERGEBNISSE
Reflection Pieces
(Nr. 14/ 2003)
Führung in der demokratischen
Organisation
Kenneth Cloke und Joan Goldsmith
Zugegeben, auf den ersten Blick haben demokratische
Staaten mit Unternehmen nicht viel gemeinsam. Interessant ist aber,
dass sich die Demokratie seit nunmehr mehr als 2000 Jahren ausgezeichnet
bewährt hat; und dass genau jenes Argument, das in Unternehmen
(oft unausgesprochen) gelebt wird – „Der Großteil
der Mitarbeiter wäre nicht fähig, unternehmerisch und
langfristig zu denken und kann daher nicht mitbestimmen“ –
in der Demokratie ganz offensichtlich nicht gilt, obwohl die gleichen
Menschen, die in Unternehmen beschäftigt sind, sehr selbstverantwortlich
ihre staatliche Leitung wählen.
Kenneth Cloke und Joan Goldsmith, Autoren des US-Bestsellers „The
End of Management and the Rise of Organizational Democracy“,
aus dem dieser Artikel entstanden ist, werfen in diesen „Reflection
Pieces“ sehr gewagte Thesen auf – die sich aber bei
näherem Hinsehen als durchaus realistisch erweisen.
Special Comment
(Nr. 14/ 2003)
Das Schlechte am Guten der Interventionen
Paul Watzlawick im Interview mit Monika Bröcker
Die von Paul Watzlawick als Begriff geprägte
„Wirklichkeit zweiter Ordnung“ entsteht als das Ergebnis
verschiedener Bedeutungszuweisungen. Sie unterscheidet sich durch
seine „Wirklichkeit erster Ordnung“ – dem, was
wir ein für alle Mal beschreiben und klar definieren können
– dadurch, dass die Wirklichkeit zweiter Ordnung diesen beschriebenen
und definierten Dingen einen ganz spezifischen Sinn verleiht; unsere
Weltanschauung äußert sich ebenso wie unsere Bewertung
all unserer Wahrnehmungen in unserer Wirklichkeit zweiter Ordnung.
An dieser letzteren kann nun im Therapie- oder Beratungsprozess
mit dem Ziel gearbeitet werden, dem Betroffenen ein „besseres
Leben zu ermöglichen“.
Die gleichen Techniken können jedoch auch dafür verwendet
werden, um Menschen zu manipulieren, wie wir es unter anderem in
der Werbung täglich erleben. Das am 06. April 1998 entstandene
Gespräch mit Paul Watzlawick über Ethik im Konstruktivismus
führte Monika Bröcker.
Theorie und Praxis
(Nr. 14/ 2003)
Systemisches Pre- und Post Merger Management
Sonja Radatz
Fusionen sind in Mode – und sie finden
täglich statt; angesichts der vielen Fusionsbeispiele der letzten
Jahre drängt sich jedoch die Frage auf, ob diese auch wirklich
immer vollzogen werden, ob das stattfindet, was im Oxford Readers
Dictionary unter dem Begriff „to merge“ beschrieben
wird: „to become part of or absorbed into sth. greater; to
become one.“
Nun – werden die fusionierten Unternehmen tatsächlich
immer eins – oder wird ein Unternehmen Teil des anderen bzw.
in ihm absorbiert? Und wie können aus systemisch-konstruktivistischer
Sicht Fusionsprozesse in der Praxis gestaltet werden, die nicht
die Scherben zweier vormals erfolgreicher Unternehmen hinterlassen,
sondern ein neues Unternehmen zum Erblühen bringen? Dieser
Frage ging Sonja Radatz nach – und präsentiert in diesem
Artikel die von ihr hierzu entwickelten Modelle sowie deren Umsetzung
in die Praxis.
SERIE
Serie
(Nr. 14/ 2003)
Metaperspektiven und Arbeitsformen
der Teamentwicklung
Bernd Schmid und Arnold Messmer
Metaperspektiven und Arbeitsformen der Teamentwicklung
dienen dazu, das Design und die Architektur von Teamentwicklung
so zu gestalten, dass die Leistungsfähigkeit des Teams entwickelt
und nicht bloss die aktuelle Leistung optimiert wird. Im Teil 3
ihrer Serie beschreiben Bernd Schmid und Arnold Messmer, wie die
von ihnen entwickelten drei Metaperspektiven für die nachhaltige
Entwicklung der Leistungsfähigkeit in Teams professionell genutzt
werden können, welche erfolgreichen Formen des Zusammenspiels
zwischen Beratung und Teamleitung sich daraus ergeben können
und wie fokusspezifisches, kristallisierendes Arbeiten mit Teams
in der Praxis funktionieren kann.
WISSENSDATENBANK
Lessons
Learned (Nr. 14/ 2003)
Das Flow-Erleben als Schlüssel
für Lernen, Wachstum und Motivation
Gerhard Huhn
Wer den Zustand des Flow in seiner Tätigkeit
erreicht, dem gelingt eine anregende, kreative und hochwertige Arbeit
- und diese Person wächst über sich hinaus.
Als "Flow" gilt in der Psychologie eine Erfahrung, bei
der ein Mensch völlig in einer Tätigkeit aufgeht und dabei
ein besonderes Glücksgefühl des Gelingens erlebt. Das
Streben nach dieser Erfahrung bewegt Menschen, strapaziöse
und mit viel Einsatz verbundene Tätigkeiten um ihrer selbst
willen auszuführen. Das Flow-Konzept basiert auf den Untersuchungen
des Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi, der jenes Gefühl der
Euphorie erforscht hat, das Menschen vorantreibt, immer wieder an
die Grenzen ihres Leistungsvermögens zu gehen und sich neuen
Herausforderungen zu stellen. Der Autor stellt das Konzept von Csikszentmihalyi
vor und zieht praktische Schlüsse für die Mitarbeiterführung
und Motivation. Zugleich stellt der Autor unter dem Begriff des
"Flow-Kanals" ein Modell vor, das weitreichende Implikationen
für Lernen, persönliche Entwicklung und individuelle Performance
besitzt.
Best
Practices (Nr. 14/ 2003)
Vom Management zum Selbst-Management
Autorengruppe
Management scheint auf den ersten Blick etwas
mit dem zu tun zu haben, was außerhalb von uns liegt: mit
Menschen und Strukturen, die „bewegt“ werden. Denken
wir jedoch etwas weiter und beziehen wir mit ein, dass wir als Führungskraft
es doch sind, die bestimmen, wie, wann, wo, von wem und in welcher
Form etwas oder jemand bewegt wird, dann tritt die eigene Person,
die Führungskraft, in den Vordergrund. Ihr Handeln ist bestimmend
für das, was bei der Führung und im Management letztlich
als Ergebnis entsteht.
Aus dem Management wird so Selbstmanagement, oder anders ausgedrückt:
Wenn wir mit einem Finger auf die anderen zeigen, dann zeigen gleichzeitig
3 Finger auf uns selbst.
UNTERNEHMENSPRAXIS
Tools
(Nr. 14/ 2003)
Der lösungsorientierte Konfliktlösungsansatz
nach dem NA-NU-Modell
Cornelia Gmeiner
Konflikte – hier verstanden als Konstruktionen
der Beteiligten, welche diese jederzeit verändern können,
aber gleichzeitig auch als Energieträger, welche für das
Unternehmen durchaus als wertvoll angesehen und zur Weiterentwicklung
genutzt werden können – sind aus den Unternehmen nicht
wegzudenken. Daher kann für sie nur ein im wahrsten Sinne des
Wortes konstruktiver Umgang mit ihnen entwickelt werden.
Cornelia Gmeiner entwickelte hierfür das NA-NU-Modell, dessen
Background und Methode sie hier vorstellt.
Seminar
Review (Nr. 14/ 2003)
TeamTAKT – percussive Teamprozessgestaltung
Kerstin Kowanitsch und Christine Amon
Sie haben noch niemals ein Instrument gespielt,
kennen keine Noten und sind ohnehin der Meinung, dass Sie unmusikalisch
sind? Das heißt noch lange nicht, dass Sie auf Instrumente
in einem Seminar oder in einem Teamentwicklungsprozess verzichten
müssen! Kerstin Kowanitsch und Christine Amon haben das Rhythmus-Seminar
TeamTAKT besucht und sind nun nicht nur begeisterte Trommler und
Percussion-Spieler, sondern auch voll neuer Ideen für eine
„etwas andere Art“ der Gestaltung von Teamprozessen.
Welche Auswirkungen Rhythmus, Takt und gemeinsames Musikerlebnis
auf eine Gruppe von Menschen haben können, schildern sie in
diesem Erfahrungsbericht.
PORTRAIT
Im
Portrait: Insoo Kim Berg
Das Interview führte Monika Bröcker
Sie prägt gemeinsam
mit Steve de Shazer den Begriff der lösungsfokussierten Kurzzeitberatung
und ist unermüdlich im Einsatz, um vor allem in der Therapie, aber
auch im Management den Paradigmenwechsel vom "Problem Talking" (creates
problems) zum "Solution Talking" (creates solutions) zu vollziehen.
Dabei geht es Insoo Kim Berg - Therapeutin, lösungsfokussierte Beraterin
und international gefragte Vortragende - stets um eines: Einen Beitrag
zu leisten, um die Welt in einem besseren Zustand zu verlassen,
als sie sie vorgefunden hat.
SERVICE
www.tipps (Nr. 14/
2003)
Das
Flow-Prinzip
Zusammengestellt von Sonja Radatz
Mihaly Csikszentmihalyi führt den Begriff des „Flow“
ein, um das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit
zu beschreiben. Wenn wir im Flow sind, sind unser Fühlen, unser
Wollen und unser Denken in diesen Augenblicken in Übereinstimmung
– und dann spielen weder die Zeit, noch wir selbst eine Rolle,
und das Handeln geht mühelos vonstatten.
Das Flow-Erlebnis bringt uns ein einzigartiges Glücks-Gefühl,
das die Zeitformen der Vergangenheit und Zukunft auf das alleinige
Hier und Jetzt auf phantastische Art und Weise reduziert. Dieses
Glücksgefühl können nur wir selbst in uns erzeugen,
indem wir es jeden Tag bewusst leben.
Wie dies in der Praxis, im (Führungs- und Beratungs-) Alltag
erreicht werden kann, machten wir diesmal zum Thema unserer Web-Suche.
Bücher-Tipps
(Nr. 14/ 2003)
rezensiert von Sonja Radatz
• Rinke, M.:
Die IT-Führungskraft (Addison-Wesley Verlag)
• Cloke, K. und Goldsmith, J.:
The End of Management (Jossey Bass Verlag)
• Vahs, D.:
Organisation (Schäffer-Poeschel-Verlag)
• Cloke, K. und Goldsmith, J.:
The Art of Waking People Up (Jossey Bass Verlag)
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