Relationalität

Was ist anders, wenn wir, wie Heinz von Foerster diese grundlegend gegensätzliche Lebenshaltung nannte, „Teil der Welt“ sind?
Im Prinzip nicht viel, aber das Wenige ist grundlegend und verändert unser Leben in jeder Hinsicht: Plötzlich sind wir Teil unserer Welt und nichts passiert mehr ohne uns. Wir werden gesehen und sehen gleichzeitig. Oder anders gesagt: Kein Sehen findet mehr ohne das Gesehenwerden statt. Das klingt fast schon philosophisch, trifft es aber aus unserer Sicht ganz gut: Denn unser Leben wird plötzlich beziehungsbezogen, also „relational“; wir lassen eine Beziehung entstehen zwischen all dem, was wir sehen, wie wir gesehen werden, was wir daraufhin tun, was die anderen daraufhin tun, was wir wieder tun… und schon können wir uns nicht mehr der Verantwortung für unser Leben, für das, was wir tun und für das, was uns getan wird, entziehen. Wir befinden uns in einem unendlich andauernden „Beitrags-Hin-und-Her“, in dem wir jede Situation immer auch auf Denk- und darauf folgende Handlungsbeiträge von uns zurückführen können.
Das kennen Sie bestimmt aus Ihrem beruflichen Alltag: Wenn Sie Ihren Mitarbeitern mehr Verantwortung übertragen würden und Ihre Mitarbeiter würden mit der Verantwortung verantwortungsvoller umgehen, dann würden Ergebnisse herauskommen, die dazu führen würden, dass Sie noch mehr Verantwortung übertragen könnten.
Oder: Wenn Sie wüssten, dass Ihre Verhandlungspartner auch nur Menschen wie Sie und ich sind, dann würden Sie diese auch wie ganz normale Menschen behandeln und diese würden sich vermutlich ihrerseits wieder Ihnen gegenüber wie ganz normale Menschen verhalten, was zu einem ganz anderen Verhandlungsergebnis führen könnte.